Protest gegen Übernahme des Stadions? Bayern-Frauen verstehen nach Pyro-Tor die Welt nicht mehr

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München - Ungläubige Gesichter, zuckende Schultern: Die Körpersprache der Bayern-Frauen nach dem Anschlusstreffer von Manchester City beim Champions-League-Auftakt am Dienstagabend sagte eigentlich alles. Das Tor fiel nämlich, während eine blau rauchende Nebelkerze auf dem Rasen lag und entstand sogar über die betroffene Feldseite. Die Schiedsrichterin gab den Treffer trotzdem. Am Ende ließen sich die Münchnerinnen ihre 2:0-Führung noch nehmen und spielten nur Unentschieden.

Schiedsrichterin Olatz Rivera Olmedo (29) trägt den Rauchtopf vom Feld. Eine Unterbrechung hielt sie nicht für nötig.
Schiedsrichterin Olatz Rivera Olmedo (29) trägt den Rauchtopf vom Feld. Eine Unterbrechung hielt sie nicht für nötig.  © Sven Hoppe/dpa

"Der Bengalo liegt fünf oder zehn Sekunden schon auf dem Platz. Dann geht der Angriff über diese Seite. Ich bin der Meinung, dass eine Schiedsrichterin da unterbrechen muss", ärgerte sich FCB-Chefin Bianca Rech (45) nach Abpfiff beim "BR".

Dabei hatte für die Gastgeberinnen bei ihrem Debütauftritt vor knapp 4300 Zuschauern im Unterhachinger Sportpark eigentlich alles wie geplant angefangen. Giulia Gwinn (27) brachte die Bayern früh in Front (11.), City-Verteidigerin Kerstin Casparij (26) beförderte dann noch eine Harder-Flanke ins eigene Netz (28.). Doch ausgerechnet die neue Heimstätte wurde ihnen in gewisser Weise zum Verhängnis.

Kurz vor der Pause flogen eine rote sowie eine blaue Fackel zwischen der Süd- und der Westtribüne ins Stadion, letztere direkt auf den Platz. Die Pyro-Geschosse kamen von außerhalb der Arena, wie ein Sprecher der Münchner Polizei gegenüber TAG24 bestätigte.

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Trotzdem hielt es die spanische Schiedsrichterin Olatz Rivera Olmedo (29) nicht für nötig, die Partie sofort zu unterbrechen, obwohl nach Angaben der Beamten sogar eine Zuschauerin bei der Aktion verletzt wurde und behandelt werden musste.

Stattdessen drückte Beth Mead (31) das Leder in der 45. Minute zum Anschluss über die Linie und ebnete damit den Weg für den späten 2:2-Ausgleich von DFB-Spielerin Carlotta Wamser (22, 86.).

Fackelwürfe sollen Protestaktion von Fans der SpVgg Unterhaching gewesen sein

Bayerns Direktorin für Frauenfußball, Bianca Rech, war mit dem fehlenden Eingreifen der Schiedsrichterin gar nicht zufrieden.
Bayerns Direktorin für Frauenfußball, Bianca Rech, war mit dem fehlenden Eingreifen der Schiedsrichterin gar nicht zufrieden.  © Jens Niering/dpa

Laut "SZ" und "Bild" soll es sich um eine Protestaktion der Fans der SpVgg Unterhaching gehandelt haben, die sich ihr Stadion seit der Übernahme des FCB zum 1. Januar 2026 mit den Bayern-Frauen teilen müssen. Diese Saison erstmal nur in der Königsklasse, mittelfristig ist aber der komplette Umzug geplant.

Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Fackelwurf aufgenommen, die umgehende Fahndung führte am Dienstagabend aber vorerst zu keinem Ergebnis.

"Man hat an den Reaktionen gesehen, dass selbst die Spielerinnen überlegt haben, ob sie jetzt abpfeift oder es weitergeht. Der Angriff geht quasi durch den Bengalo durch. Da muss ich einfach sagen: Das muss man besser lösen als Schiedsrichterin", so Rech weiter.

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Olmedo machte dahingehend aber keinerlei Anstalten und trug die blaue Pyrofackel am Ende sogar netterweise höchstpersönlich vom Rasen. "Die Schiedsrichterin muss das direkt unterbrechen", beschwerte sich auch FCB-Torhüterin Ena Mahmutovic (22) anschließend.

Ob die Münchnerinnen in irgendeiner Form gegen das Ergebnis vorgehen, ist nicht bekannt. Eine Anfrage von TAG24 diesbezüglich blieb bislang unbeantwortet.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa, Jens Niering/dpa

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