Utrecht (Niederlande) - Wenn Vermummen nicht mehr reicht: Das Spiel zwischen dem FC Utrecht und den Go Ahead Eagles am fünften Spieltag der niederländischen Eredivisie musste nach heftigen Ausschreitungen abgebrochen werden. Die verantwortlichen Zuschauer hatten zuvor aber ganz tief in die Trickkiste gegriffen.
Die Hausherren gingen in Utrecht bereits im ersten Durchgang in Rückstand, kurz nach der Pause erhöhte der Gast aus Deventer dann schnell auf 3:0, woraufhin die Situation auf den Rängen eskalierte.
Plötzlich warfen Anhänger aus dem Heimblock Feuerwerkskörper in die Richtung von Eagles-Keeper Kjetil Haug (28), die dann auch unmittelbar neben dem norwegischen Schlussmann explodierten. Daraufhin schickte Schiedsrichter Martin van den Kerkhof (42) beide Teams zunächst in die Katakomben.
Utrechts Sportboss Edo Keuning kündigte nach dem Spiel in einem Statement des Vereins zwar direkt an, die Täter anhand der vorliegenden Bilder und Kameraaufnahmen identifizieren zu wollen, doch das dürfte nicht ganz einfach werden.
Wie TV-Bilder zeigen, hatten die Randalierer nämlich ein weißes Banner dabei, in das zwei Löcher geschnitten wurden. Durch diese bugsierten sie die Böller auf den Rasen, ohne dabei ihr Gesicht oder auch nur mehr als eine Hand zu zeigen.
"Wir haben darüber gesprochen, was passiert ist, und insbesondere, ob wir die Typen, die die Sachen geworfen haben, identifizieren können", sagte Schiri van den Kerkhof in der Unterbrechung, die 20 Minuten dauerte, gegenüber ESPN. "Das erscheint aber schwierig."
FC Utrecht distanziert sich, Go Ahead Eagles haben mit Ausschreitungen gerechnet
"Ich hoffe, wir können noch 30 Minuten Fußball spielen, denn dafür sind wir alle hier", fügte der Referee an. Sein Wunsch sollte aber nicht in Erfüllung gehen.
Zwar erzielte Utrecht unmittelbar nach Wiederbeginn den Anschlusstreffer, doch erneut flogen Gegenstände und Feuerwerkskörper auf das Feld. Jetzt hatte der Unparteiische die Nase endgültig voll und brach das Match ab.
"Der FC Utrecht distanziert sich von den Ereignissen", hieß es in der Mitteilung des Vereins. "Wir sind enttäuscht. Was ein schöner Fußballabend hätte sein sollen, endet auf diese schreckliche Weise", erklärte Keunig darin weiter.
"Gerade das Werfen von Feuerwerk auf das Spielfeld ist inakzeptabel und gefährdet Spieler, Mitarbeiter und Fans. Das hat nichts damit zu tun, den FC Utrecht zu unterstützen", so der General Manager.
Umso bitterer: Die Vereine haben offenbar damit gerechnet, dass es zu solchen Ausschreitungen kommen könnte. "Wir haben heute Morgen Nachrichten von unserem Sicherheitsteam im Gruppenchat bekommen, dass genau so etwas passieren könnte", verriet Eagles-Kapitän Joris Kramer (30) ESPN.
Die Partie soll nun am morgigen Dienstag hinter verschlossenen Türen zu Ende gespielt werden.