Alkmaar (Niederlande) - Diese Fan-Geste geht ganz tief unter die Haut! Beim Spiel der niederländischen Eredivisie am Sonntag zwischen AZ Alkmaar und dem SC Telstar haben die Zuschauer Torwart Ronald Koeman Jr. (31), der um seine verstorbene Mutter trauert, zu Tränen gerührt.
In der 13. Minute wurde es im AFAS-Stadion sehr emotional, als das Publikum eine Gedenkminute einlegte.
Die Anhänger gedachten Bartina Koeman, die am vergangenen Dienstag im Alter von 65 Jahren den Kampf gegen Blutkrebs verloren hat. 16 Jahre lebte die Ehefrau von Ex-Bondscoach Ronald Koeman (63) und Mutter von Telstar-Keeper Ronald Jr. zuvor so gut es ging mit der Krankheit.
Die Fans beider Lager fühlten mit dem Torwart. Im Auswärtsblock präsentierten die mitgereisten Anhänger aus IJmuiden zudem Banner mit Unterstützungsbotschaften für die Familie und zündeten Hunderte Wunderkerzen an.
Auf dem Stadion-Bildschirm erschien ein Foto der Mama, während lauter Applaus im gesamten Rund aufbrandete und "Koeman"-Gesänge angestimmt wurden.
Zunächst klatschte der sichtlich ergriffene Schlussmann, der letzte Woche auch erstmals selbst Vater geworden ist, noch andächtig mit, ehe ihn die Gefühle übermannten. Mit einem tiefen Durchatmer legte Koeman Jr. den Kopf in den Nacken und ließ seinen Tränen anschließend freien Lauf.
Telstar-Trainer Henk Brügge mit Extra-Lob für Ronald Koeman Jr.
Auch Telstar-Trainer Henk Brügge (49) ließ die Aktion nicht kalt. Das war ihm am Spielfeldrand anzusehen.
"Es ist unglaublich traurig, was passiert, wenn man einen geliebten Menschen verliert. Er hat diese Woche im Fußball seinen Ausgleich gefunden. Er wollte unbedingt spielen", sagte der 49-Jährige laut ESPN im Vorfeld der Partie.
"Man versucht auch, über andere Dinge zu sprechen, damit die Situation nicht zu emotional wird. Aber natürlich hat es Auswirkungen auf die Mannschaft. Die Jungs haben ihn unterstützt, wann immer sie konnten und mussten", fügte der Coach an.
Seine Mannschaft verlor das Auswärtsspiel am Ende zwar mit 0:1, doch Koeman Jr. überzeugte trotz der schwierigen Situation mit starken Paraden und wurde von Brügge sogar als "Mann des Spiels" bezeichnet.
"Aufgrund seiner Leistung im Tor. Er spielte mit dem Mut und der Kühnheit, die wir von ihm kennen. Dass er in dieser Situation so auf den Platz geht und diese Leistung abliefert. Das verdient höchsten Respekt und rührt einen manchmal zu Tränen", so der Übungsleiter nach Abpfiff.