Rauchbomben, Platzsturm, Spielabbruch! Emotionaler Trainer-Abschied endet mit Skandal
Nantes (Frankreich) - Eigentlich sollte beim letzten Saisonspiel des bereits abgestiegenen Ligue-1-Klubs FC Nantes Trainer Vahid Halilhodžić (74) friedlich in den Ruhestand verabschiedet werden. Doch die Fans des französischen Vereins sorgten für einen Skandal: Sie warfen Rauchbomben auf den Rasen und stürmten schließlich den Platz, sodass die Partie gegen den Toulouse FC vorzeitig abgebrochen werden musste.
Gerade einmal 21 Minuten waren in der sportlich bedeutungslosen Partie gespielt, es stand noch 0:0, als plötzlich die erste Rauchbombe in den Strafraum von Nantes-Keeper Anthony Lopes (35) flog.
Innerhalb weniger Sekunden folgte weitere Pyrotechnik und zahlreiche Becher, dann stürmten Dutzende vermummte Ultras aus dem Block, überwanden die Sperre und stürmten auf den Platz.
Die Spieler zogen sich schnell in die Katakomben zurück, Halilhodžić allerdings blieb noch auf dem Rasen und lieferte sich Wortgefechte mit den Platzstürmern.
Nur mit Mühe konnte er vom Sicherheitspersonal zurückgehalten werden, Kameras fingen den tief erschütterten Coach schließlich auf der Bank sitzend ein, wie er mit den Tränen kämpfte - seinen Abschied hatte er sich sicherlich anders vorgestellt.
Nach wenigen Minuten konnten die Ultras zurück in den Block gedrängt und von der Polizei in Schach gehalten werden, zurück aufs Feld kamen die Teams allerdings nicht. Insgesamt 40 Minuten dauerte die Spielunterbrechung, dann verkündete Schiedsrichterin Stéphanie Frappart (42) nach einer Besprechung mit einem Liga-Delegierten, Vertretern beider Vereine sowie der Polizei, dass die örtlichen Behörden aus Sicherheitsgründen die Absage des Spiels angeordnet hätten.
L'Equipe zufolge brachen die Heim-Ultras daraufhin in Jubel aus.
Sportministerin verurteilt Ausschreitungen beim FC Nantes aufs Schärfste
Damit wird die Partie nun mutmaßlich mit 3:0 für Toulouse gewertet, sportlich spielt das aber kaum noch eine Rolle: Nantes hätte auch mit einem Sieg nicht mehr auf Relegationsplatz 16 vordringen können, seit dem 33. Spieltag steht der direkte Abstieg fest. Toulouse würde durch die drei Punkte zumindest noch von Rang zehn auf den neunten Platz vorrutschen.
Sportministerin Marina Ferrari (52) verurteilte die Vorfälle aufs Schärfste.
"Die Gewaltszenen, zu denen es vor wenigen Minuten beim Spiel zwischen dem FC Nantes und dem Toulouse FC gekommen ist, sind inakzeptabel und haben im Sport und in unserer Republik absolut nichts zu suchen", sagte die Politikerin: "Ich spreche den Spielern sowie den Fans, die gekommen waren, um diesen Moment in Ruhe zu erleben, meine Unterstützung aus."
Die Urheber der Gewalttaten müssten schnellstmöglich identifiziert werden, um sie streng zu bestrafen.
Titelfoto: Bildmontage: Sebastien Salom-Gomis / AFP (4)

