Rekordstrafe nach Pyro-Skandal: So hart greift der Verband jetzt durch

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Prag (Tschechien) - Das ging fix! Nach den Skandal-Szenen beim Stadt-Derby zwischen Slavia und Sparta Prag am vergangenen Samstag hat der tschechische Liga-Verband enorm schnell durchgegriffen und Slavia Prag zu einer Rekordstrafe verdonnert.

Wenige Minuten vor Ende des Prager Stadtderbys stürmten zahlreiche Anhänger von Slavia Prag mit Pyrotechnik bewaffnet auf den Platz und sorgten für einen Spielabbruch.
Wenige Minuten vor Ende des Prager Stadtderbys stürmten zahlreiche Anhänger von Slavia Prag mit Pyrotechnik bewaffnet auf den Platz und sorgten für einen Spielabbruch.  © Kamaryt Michal/CTK/dpa

Nur noch wenige Minuten trennten Tabellenführer Slavia beim Stand von 3:2 gegen den ärgsten Verfolger und Erzrivalen Sparta vom Meistertitel, als Hunderte Fans des tschechischen Hauptstadtklubs plötzlich mit Pyrotechnik bewaffnet den Platz stürmten.

Die Böller wurden teilweise in die Menge geworfen und sogar Spieler der Gästemannschaft angegriffen, die Partie wurde schließlich abgebrochen.

Nur zweieinhalb Tage später hat die Disziplinarkommission des tschechischen Ligaverbands LFA angesichts der skandalösen Vorkommnisse bereits ein Urteil gefällt - und das hat es in sich.

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Insgesamt vier Heimspiele muss Slavia Prag ohne Zuschauer bestreiten. Weil in dieser Saison nur noch zwei Heimspiele anstehen, zieht sich die Strafe also bis in die kommende Saison.

Dazu kommt eine Geldstrafe von zehn Millionen Tschechischen Kronen (etwa 410.000 Euro) sowie die Wertung des Spiels mit 0:3 gegen den Gastgeber.

Slavia Prag akzeptiert Strafe für Skandal-Derby klaglos

Die Chaoten kosteten ihren Verein nicht nur den vorzeitigen Meistertitel, sondern auch eine Menge Geld und verursachten vor allem einen großen Imageverlust.
Die Chaoten kosteten ihren Verein nicht nur den vorzeitigen Meistertitel, sondern auch eine Menge Geld und verursachten vor allem einen großen Imageverlust.  © Šimánek Vít/CTK/dpa

Jiří Matzner, Vorsitzender des LFA-Vorstands, bezeichnete den Platzsturm als "einen der schwerwiegendsten und verwerflichsten Momente in der Geschichte des tschechischen Profifußballs".

Slavia habe nicht ausreichend Präventionsmaßnahmen ergriffen, um die Randalen zu verhindern. Es sei reiner Zufall, dass es keine schwerwiegenderen gesundheitlichen Folgen für die angegriffenen Spieler oder andere Beteiligte gab, fuhr Matzner fort.

Die verhängte Strafe möge auf den ersten Blick extrem hart erscheinen, "ihr Umfang und ihre Tragweite entsprechen jedoch der Art der Ereignisse, dem Risiko, dem die Spieler, die Mitglieder der Einsatzteams, die Schiedsrichter und die Zuschauer ausgesetzt waren, sowie den Auswirkungen auf das Vertrauen der Öffentlichkeit in den tschechischen Profifußball".

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Slavia kündigte bereits an, das Urteil zu akzeptieren und nicht in Berufung zu gehen. Allerdings wird nicht nur der Gastgeber mit einer Strafe bedacht: Weil auch Fans von Sparta Prag im Gästeblock randalierten, muss der Tabellenzweite umgerechnet rund 25.000 Euro bezahlen.

Titelfoto: Šimánek Vít/CTK/dpa

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