Sohn von Jürgen Klinsmann fast dauerhaft gelähmt: "Vier Schrauben in meinem Nacken"
Cesena (Italien) - Am 18. April brach sich Jonathan Klinsmann (29), der Sohn von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann (62), bei einem Zusammenprall mit Gegenspieler Filippo Ranocchia (25) den ersten Halswirbel. So heftig das allein klingt, es hätte noch deutlich schlimmer für den Torwart kommen können. Nun sprach er über seine Horrorverletzung, von der er sich immer noch erholt.
"Ich habe nie das Bewusstsein verloren, deswegen erinnere ich mich an alles", sagte der 29-Jährige im Interview mit der "Gazzetta dello Sport".
Im ersten Moment dachte der Keeper des italienischen Zweitligisten Cesena, dass er sich lediglich einen heftigen blauen Fleck oder eine dicke Beule abgeholt hätte. Allerdings entschieden diese Sekunden darüber, ob er je wieder spielen oder auch nur laufen können würde.
"In den ersten Minuten war das definitiv der Fall. Glücklicherweise habe ich den Innenverteidigern gesagt, dass sie mir den Ball nicht geben sollen, weil ich meinen Nacken nicht mehr bewegen konnte", so Klinsmann.
Nur ein kleiner Sprint hätte eine dauerhafte Lähmung bedeuten können, wie der Ex-Herthaner heute weiß. "Selbst der Krankentransport und der Flug nach Heidelberg waren sehr gefährlich. Ich muss sagen, dass ich großes Glück hatte."
"In vier Monaten habe ich noch eine Operation, um die vier Schrauben in meinem Nacken zu entfernen", erklärte Klinsmann.
Besuch von Jürgen Klinsmann im Krankenhaus war hart für seinen Sohn
Der schwierigste Moment der Gesundheits-Odyssee sei aber der Besuch seines Vaters und seiner Freundin im Krankenhaus gewesen.
"Als sie den Ernst der Situation verstanden haben. Es war hart, sie anzusehen", gestand der gebürtige Münchner. Dafür sei die Erleichterung in ihren Augen nach der erfolgreichen OP der beste Moment gewesen.
Und ans vorzeitige Karriereende denkt der Torhüter sowieso nicht. "Ich habe keine Angst, zu leben, auch wenn ich weiß, dass ich neue Situationen bewältigen muss. Ich will unbedingt wieder für Cesena spielen", sagte Klinsmann.
Ende der Saison möchte er wieder ins Training einsteigen, irgendwann nächstes Jahr dann sein Comeback feiern.
"Mir ist bewusst, dass bei mir jetzt ein erhöhtes Risiko besteht, etwa bei einem Autounfall. Aber ich kann das Leben jetzt anders leben. Und es ist gut zu wissen, dass ich laufen kann, deswegen ist es schwer, irgendwas negativ zu sehen", teilte Klinsmann seine neue Einstellung.
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