Bukarest (Rumänien) - Tiefe Bestürzung: Rund eine Woche nach seinem Rücktritt als Chefcoach der rumänischen Nationalmannschaft ist Mircea Lucescu im Alter von 80 Jahren verstorben.
"Unser Fußball verliert heute nicht nur einen brillanten Taktiker, sondern auch einen Mentor, einen Visionär und ein nationales Symbol, der die Trikolore zu den höchsten Gipfeln des globalen Erfolgs getragen hat", teilte der Verband am Dienstagabend auf seiner Website mit und bestätigte damit den Tod von Lucescu, dessen Gesundheitszustand bereits seit geraumer Zeit Anlass zu großer Sorge gegeben hatte.
Dieser verschlechterte sich deutlich, nachdem er Ende März im WM-Play-off-Spiel gegen die Türkei mit seinem Team eine 0:1-Niederlage hinnehmen musste. In dieser Begegnung wurde die Trainer-Ikone mit 80 Jahren und 240 Tagen zum ältesten Nationaltrainer der Geschichte.
Aufgrund von Herzbeschwerden kam er in ein Universitätsklinikum, wo eine schwere Herzrhythmusstörung diagnostiziert wurde. Kurz vor seiner geplanten Entlassung am Karfreitag erlitt er einen Herzinfarkt.
Verbandspräsident Burleanu trauert um Mircea Lucescu
"Mircea Lucescu war nicht nur Trainer, sondern ein Lebenslehrer für ganze Spielergenerationen. Er liebte diesen Sport über alles, und sein Einfluss auf unseren Fußball ist unermesslich", wird Verbandspräsident Răzvan Burleanu (41) im Nachruf des Verbandes zitiert.
"Wir bleiben mit seinen Lehren, mit der Eleganz seiner Amtszeit und mit einer riesigen Lücke, die niemals gefüllt werden kann."
Schon von 1981 bis 1986 stand "Il Luce" an der Seitenlinie des rumänischen Nationalteams. Seine Trainerlaufbahn führte den Job-Nomaden später zu Top-Klubs wie Inter Mailand, den beiden Istanbul-Rivalen Galatasaray und Beşiktaş sowie zum ukrainischen Spitzenverein Schachtar Donezk. Mit Letzterem feierte er 2009 den Gewinn des UEFA-Cups, sicherte sich darüber hinaus acht nationale Meisterschaften sowie sechs Pokalsiege.
2024 kehrte Lucescu in seine Heimat zurück, um die "Tricolorii" ein weiteres Mal zu betreuen. Am vergangenen Donnerstag verkündete der Verband dann das Aus.