Drei Anzeigen und ein Sportgerichts-Verfahren nach Rassismus-Vorwürfen in Stahnsdorf

Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) - Dieses Aufeinandertreffen hat ein Nachspiel! Wenige Tage nach den Vorfällen im Brandenburger Landespokal-Halbfinale zwischen dem RSV Eintracht und dem VfB Krieschow reagieren Polizei, Verband und Vereine.

Der aufgebrachte Saheed Mustapha (31, M.) muss von seinen Teamkollegen zurückgehalten werden.
Der aufgebrachte Saheed Mustapha (31, M.) muss von seinen Teamkollegen zurückgehalten werden.  © IMAGO / Creativ Sportpicture

Nach TAG24-Recherchen gingen drei Strafanzeigen bei der Brandenburger Polizeidirektion West im Zusammenhang mit dem Spiel ein.

"Hierbei handelt es sich zum einen um eine Beleidigung zum Nachteil eines Polizeibeamten sowie zum anderen um eine Beleidigung, bei der ein 38-jähriger Tatverdächtiger einen 31-jährigen Geschädigten beleidigt haben soll", teilte Polizeisprecherin Ulrike Schneider mit.

Wie Videos von dem Spiel nahelegen, dürfte es bei letzterem Vorfall um die Auseinandersetzung zwischen dem 31-jährigen RSV-Spieler Saheed Mustapha und einem Krieschower Fan handeln. Im Raum steht eine rassistische Beleidigung als Auslöser der Tumulte nach Abpfiff.

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Daraufhin suchte Mustapha die Konfrontation, konnte nur mit Mühe zurückgehalten werden. Dies nahm offenbar der Krieschow-Anhänger zum Anlass, um im Nachgang seinerseits Strafanzeige zu stellen.

Dies ließen die Gäste in einem Pressestatement durchklingen: "Er gibt an, im Zuge der Ereignisse geschlagen worden zu sein. Zudem betont er, dass seine Äußerungen gegenüber dem Spieler nicht rassistisch gemeint gewesen seien."

VfB Krieschow warnt vor "vorschnellen Verurteilungen" und betont, dass Diskriminierung im Verein keinen Platz habe

Mustapha wurde wohl nicht nur während des Spiels von Krieschow hart bearbeitet.
Mustapha wurde wohl nicht nur während des Spiels von Krieschow hart bearbeitet.  © IMAGO / Creativ Sportpicture

Diesen Vorgang ergänzte die Polizei am Mittwoch gegenüber TAG24: "Der Polizei liegt eine weitere Anzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung eines 31‑Jährigen gegenüber einem 38‑Jährigen vor. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden."

Die Polizei, die auch Videoaufnahmen von den Szenen machte, muss jetzt ermitteln, inwieweit die Vorwürfe beider Seiten der Wahrheit entsprechen.

Die öffentlich beschuldigten Gäste aus Krieschow führen aus: "Sollten sich die erhobenen Rassismus-Vorwürfe bestätigen, werden wir konsequent handeln. Für diskriminierendes Verhalten ist in unserem Verein kein Platz – das ist für uns eine klare und unverrückbare Grenze."

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Krieschow warnt aber vor "vorschnellen Verurteilungen auf Basis von Hörensagen sowie pauschale Anschuldigungen gegenüber unserem gesamten Verein."

RSV Eintracht äußert sich nicht - Fußball-Landesverband Brandenburg leitet Sportgerichtsverfahren ein

Der RSV Eintracht ist ein gebranntes Kind, fiel selbst im DFB-Pokal vergangenen August durch eine rassistische Äußerung negativ auf.
Der RSV Eintracht ist ein gebranntes Kind, fiel selbst im DFB-Pokal vergangenen August durch eine rassistische Äußerung negativ auf.  © Andreas Gora/dpa

TAG24 fragte auch beim RSV Eintracht bezüglich einer Schilderung der Sachverhalte an - der gastgebende Verein reagierte weder auf unsere Anfrage noch in seinen vereinseigenen Medien.

Er wird als Veranstalter gegenüber dem Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB), "zwei Beobachtern vor Ort war, die einen entsprechenden Sonderbericht gefertigt haben", genauso geradestehen müssen. Der Verband teilte im Weiteren mit.

"Der Fußball-Landesverband Brandenburg verurteilt jegliche Form von Gewalt auf und neben dem Platz ausdrücklich. Solche Vorfälle widersprechen den Grundwerten des Sports und haben im Fußball keinen Platz. [...] Die Vorfälle werden derzeit intensiv ausgewertet und gemeinsam mit allen Beteiligten aufgearbeitet. Auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse werden die notwendigen sportgerichtlichen Verfahren eingeleitet."

Heißt übersetzt: Im Nachgang werden mehrere Beteiligte mit straf- und verbandsrechtlichen Sanktionen rechnen müssen.

Titelfoto: IMAGO / Creativ Sportpicture

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