Nächste Tagung der Reform-AG Mittwoch in Frankfurt: Lösung oder Hornberger Schießen?

Chemnitz - It's showtime! Wird am Mittwoch in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main die Regionalliga-Frage gelöst oder geht die nächste Sitzung der AG Regionalliga-Reform aus wie das Hornberger Schießen? Im Februar 2025 von 17 Klubs der Regionalliga Nordost ins Leben gerufen, ist die Initiative "Aufstiegsreform 2025" mittlerweile auf 70 Vereine aus der 1. Bundesliga bis Oberliga (5. Liga) angewachsen.

CFC-Geschäftsführer Tommy Haeder (34).
CFC-Geschäftsführer Tommy Haeder (34).  © picture point/Sven Sonntag

"Wir sind dankbar für jeden Verein, der sich einer der wohl größten Initiativen in der Geschichte des deutschen Fußballs anschließt - und damit dem großen ligenübergreifenden Reformwillen weiter Ausdruck verleiht", sagt Mit-Initiator Tommy Haeder (34), Geschäftsführer des Chemnitzer FC und Sprecher der Initiative "Aufstiegsreform 2025".

In seinem "Wohnzimmer" Gellertstadion hielten die Fans am Sonntag zum Ost-Duell gegen Carl Zeiss Jena Schilder hoch, auf denen geschrieben stand: "Aufstiegsreform jetzt". Egal ob der Club, Union Berlin, Schalke 04, Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, FSV Zwickau, Hallescher FC, Bonner SC oder Wacker Burghausen, sie alle verbindet eines: Meister müssen aufsteigen.

"Es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit", meint FSV-Geschäftsführer André Beuchold, der damit auf den Flaschenhals zu sprechen kommt, den die Regionalliga Nordost für viele Traditionsvereine bildet.

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Aufgrund der gegenwärtigen Regelung steigen nur die Meister im Südwesten und Westen direkt auf. Nord, Nordost und Bayern wechseln sich alle drei Jahre ab und ermitteln den letzten freien Platz mittels Relegation.

Derbys sollen bleiben

Zum Ostderby am Sonntag zwischen dem Chemnitzer FC und Carl Zeiss Jena (4:1) wiesen Teams und Fans noch einmal auf die Dringlichkeit der Reform hin.
Zum Ostderby am Sonntag zwischen dem Chemnitzer FC und Carl Zeiss Jena (4:1) wiesen Teams und Fans noch einmal auf die Dringlichkeit der Reform hin.  © picture point/Sven Sonntag

"Wir müssen diese Missstände beseitigen, damit der Meister aufsteigen kann und die Regionalligen weiter professionalisiert werden. Die Nordost-Staffel ist mit Abstand die attraktivste aller Regionalligen, was nicht zuletzt der Zuschauerzuspruch zum Ausdruck bringt. Die systematische Benachteiligung gegenüber den anderen Staffeln muss deswegen ein Ende haben", findet Beuchold.

Die besten Chancen werden dem Kompassmodell eingeräumt. Dieses sieht die Reduzierung von derzeit fünf auf vier Regionalliga-Staffeln vor und scheint die einzige mehrheitsfähige Option. Die Ligen würden mithilfe von KI eingeteilt.

Es wird Wert auf kurze Entfernungen gelegt, wobei Derbys bleiben sollen.

Rico Schmitt will tiefgreifende Lösung

FSV-Trainer Rico Schmitt (57).
FSV-Trainer Rico Schmitt (57).  © picture point/Sven Sonntag

FSV-Coach Rico Schmitt (57) plädiert derweil für eine tiefgreifendere Lösung: "Was spricht gegen 20 Mannschaften in der 1. Bundesliga und je 22 in der 2. und 3. Liga? Da muss sich geöffnet werden. Mehr Spiele lassen sich, gerade was TV-Gelder anbelangt, besser vermarkten."

Der erfahrene Fußballlehrer kann sich auch eine zweigleisige 4. Liga vorstellen mit jeweils 24 Mannschaften, je zwei Auf- und vier Absteigern.

Schmitt: "Spieler, die für höhere Aufgaben entwickelt werden müssen, brauchen Spiele und Einsatzzeit! Dazu muss man überlegen, die zweiten Mannschaften aus den Profiligen zu entkoppeln. Nehmen wir doch nur das Beispiel Hertha II. bei uns. Mit denen können wir wirtschaftlich nicht mithalten."

Weiter sagt er: "Es geht aber auch darum, die Spieler aus den NLZs an den Markt zu gewöhnen. Die kommen sonst von Hertha oder aus Dortmund und stehen dann mit ihrem Gucci-Kulturbeutel in Rathenow auf dem Bahnsteig und bekommen einen Kulturschock, weil sie erstmals aus ihrer Blase herauskommen."

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag (2)

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