Berlin - Was hat es mit dieser Mitteilung auf sich? Ein eigentlich unscheinbares Dokument sorgte am Mai-Feiertag in der Regionalliga Nordost für helle Aufregung.
Viele Klubs und die breite Öffentlichkeit gingen von einem neuen "Strafen-Wahnsinn" aus. Grundlage waren die "Amtlichen Mitteilungen" des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.
Darin wurden neben Bekanntmachungen auch Beschlüsse und formale Änderungen kommuniziert – wie ein "Strafenkatalog" für Vereine und Spieler.
Doch entgegen erster Annahmen sind die in diesem Dokument gekennzeichneten, teils gravierenden Erhöhungen der Strafzahlungen kein neuer Beschluss, sondern seit 2023 gängige Praxis:
NOFV-Geschäftsführer Till Dahlitz stellt gegenüber TAG24 klar: "Eine aktuelle Verschärfung der Strafen hat nicht stattgefunden. [...] Eine Anhebung der Strafen oder eine erneute Anpassung des Strafrahmens ist aktuell überhaupt kein Thema."
TAG24 weiß, dass das Dokument in der Szene für viele Irritationen und Missverständnisse sorgte. Laut NOFV wurden die Änderungen, die selbst in zugehöriger "Rechts- und Verfahrensordnung" nach wie vor in rot gekennzeichnet sind, "lediglich in eine Anlage übernommen, die der besseren Übersichtlichkeit dient."
NOFV greift den Vereinen bei verspätetem Anpfiff tief in die Tasche
Unter anderem greift der Träger der Regionalliga Nordost und NOFV-Oberliga Nord und Süd bei "schuldhaft verspätetem Antreten" zu Spielen richtig durch:
Bis zu 5000 Euro Strafe können fällig werden, wenn ein Verein zum Beispiel am Freitagnachmittag zu spät zu einem Auswärtsspiel aufbricht und dadurch in einen Stau gerät.
Auch Vergehen von Spielern wird hart bestraft. Im Fall von krass unsportlichem Verhalten mit bis zu 10.000 Euro – und damit ein Vielfaches der Monatsgehälter der allermeisten Akteure.
Dahlitz fügt zur schwelenden Strafen-Debatte an: "Wir befinden uns seit rund einem Jahr in einem konstruktiven internen Austausch mit Vereins- und Fanvertretern, um über eine sachgerechte Differenzierung von Vorkommnissen und möglichen Sanktionen zu sprechen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln."
Also viel Wind um Nichts? Zumindest nicht für den Moment in der Sache.
TAG24 weiß aber: Form und der Zeitpunkt der Kommunikation des Verbandes stoßen immer wieder bei einigen Beteiligten auf wenig Gegenliebe.
Erstmeldung: 1. Mai, 12.26 Uhr, aktualisiert: 2. Mai, 15.36 Uhr