Polizeigewalt bei Türkgücü gegen FCB II? Kripo ermittelt nach Eklat bei München-Derby

München - Nach einem Polizeieinsatz bei dem Regionalligaspiel zwischen Türkgücü München und dem Amateur-Team des FC Bayern München ermittelt nun die Kriminalpolizei.

Vor der Eskalation: Polizei und behelmte USK-Kräfte waren bei der Partie zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern München II im Einsatz.
Vor der Eskalation: Polizei und behelmte USK-Kräfte waren bei der Partie zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern München II im Einsatz.  © IMAGO / Beautiful Sports

Die Beamten ermitteln wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Zur Zahl der Tatverdächtigen machte das Polizeipräsidium München am Montag noch keine Angaben.

Bei dem Einsatz ging es um ein Banner mit der Aufschrift "FC Bayern Fan Club Kurdistan", das Fans des FC Bayern entrollt hatten. Es hatte bei den türkischen Fans der Heimmannschaft für große Unruhe gesorgt und sollte deshalb sichergestellt werden.

Bei dem Einsatz wurden ersten Angaben der Polizei zufolge neun Fans und zehn Polizisten verletzt. Die Begegnung im Münchner Vorort Heimstetten wurde schließlich abgebrochen.

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Die Grünen im Bayerischen Landtag üben Kritik: "Nach Gesprächen mit Betroffenen und Ansicht der im Internet kursierenden Videos, erscheint mir der Polizeieinsatz mit insgesamt 19 Verletzten völlig unverhältnismäßig und übermäßig hart", sagte der sportpolitische Sprecher Max Deisenhofer (35).

Man werde auf Aufklärung der Vorkommnisse drängen. In den sozialen Medien berichten Nutzer von Polizeigewalt und zeigen Videoausschnitte, auf denen Beamte massiv mit Schlagstöcken und Reizspray gegen die Bayern-Fans vorgehen.

Wirbel um Polizeieinsatz bei Regionalligaspiel

Fans von Türkgücü München bei einem DFB-Pokalspiel im Jahr 2021. (Archiv)
Fans von Türkgücü München bei einem DFB-Pokalspiel im Jahr 2021. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Die Polizei verteidigte den Einsatz. Als die Beamten das Banner an sich bringen wollten, hätten die Fans sofort Widerstand geleistet und seien die Beamten körperlich angegangen, sagte ein Polizeisprecher.

Der Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken sei deshalb notwendig gewesen.

Der Sprecher verwies zudem auf erfolglose Versuche, das Problem im Gespräch zu lösen.

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Das Banner sei zwar strafrechtlich nicht relevant, türkische Fans hätten es aber als beabsichtigte Provokation empfunden. Ohne Einschreiten der Polizei wäre es zu Ausschreitungen oder körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppierungen gekommen, sagte der Polizeisprecher.

Der gastgebende Verein Türkgücü erklärte am Sonntag auf Instagram, das Banner sei nicht angemeldet und nicht genehmigt gewesen und deshalb unerlaubt angebracht worden.

Titelfoto: IMAGO / Beautiful Sports

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