Schlagstock-Einsatz und Pfefferspray: Türkgücü gegen Bayern II wegen Fan-Fahne abgebrochen

München - Gerade einmal zwei Minuten sollen zwischen Türkgücü München und den Amateuren des FC Bayern München am Samstag gespielt gewesen sein, als die Situation im Stadion eskalierte.

Vor der Eskalation: Polizei und behelmte USK-Kräfte waren bei der Partie zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern München II im Einsatz. Das Spiel musste am Ende abgebrochen werden.
Vor der Eskalation: Polizei und behelmte USK-Kräfte waren bei der Partie zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern München II im Einsatz. Das Spiel musste am Ende abgebrochen werden.  © IMAGO / Beautiful Sports

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll im Bereich der Bayern-Unterstützer eine Fahne oder ein Banner mit kurdischem Symbol gezeigt worden sein.

Türkgücü-Fans sollen versucht haben, das Banner an sich zu reißen. Ob es sich um ein Symbol der verbotenen Arbeiterpartei PKK handelte, wurde bislang nicht offiziell bestätigt.

Der Schiedsrichter der Regionalliga-Begegnung unterbrach daraufhin das Spiel, Polizisten hätten laut eigenen Angaben die Fans aufgefordert, die Fahne abzunehmen.

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Nachdem dies nicht geschehen war, setzten die Beamten Pfefferspray gegen die Anwesenden ein. Zwischenzeitig seien auch behelmte USK-Kräfte eingetroffen. Mehrere Personen wurden verletzt.

Auf Twitter wurde den Einsatzkräften vorgeworfen, übertrieben hart gegen die Zuschauer vorgegangen zu sein. Viele User stellen den Vorwurf der Polizeigewalt in den Raum.

"Ein Polizist haut mehrmals mit einem Schlagstock auf einen am Boden liegenden Anhänger ein, der auf den Stufen nach hinten gestolpert war", heißt es in einem Bericht der Nachrichtenseite "tz" unter Berufung auf ein der Redaktion intern vorliegendes Video.

Auch auf Twitter kursiert ein entsprechender Tweet mit einem solchen Video, das offenbar aus dem Fanblock heraus mit einem Handy gefilmt wurde. Ob der Mann zuvor selbst angegriffen hat, ist nicht zu erkennen.

Provokation nach Anschlag in Istanbul?

Der Schiedsrichter, der bereits nach wenigen Minuten die Mannschaften in die Kabine geschickt haben soll, hat das Spiel schließlich abgebrochen. "Letztlich war eine ordnungsgemäße Fortsetzung des Spiels unter Sicherheitsaspekten nicht mehr möglich", heißt es in einer Stellungnahme auf der Homepage des Bayerischen Fußball-Verbands.

Nach ersten, noch unbestätigten Informationen, soll das Banner durch den "FC Bayern Fan Club Kurdistan" gezeigt worden sein.

Ob es im Zusammenhang mit den kürzlichen Anschlägen in Istanbul steht, wurde offiziell weder bestätigt noch dementiert.

Mehrere Rettungsfahrzeuge seien offenbar im Einsatz gewesen.

Titelfoto: IMAGO / Beautiful Sports

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