Knockout in der Verlängerung: Aue verliert Finale in Dresden

Dresden - Erzgebirge Aue blieb in der kompletten Pokalsaison 2023/2024 in der regulären Spielzeit ohne Gegentor. Erst in der Verlängerung des Endspiels bei Dynamo schepperte es im Kasten von Martin Männel. Der FCE verlor vor der Rekordkulisse von 27.159 Zuschauern in Dresden in einer kräfteraubenden Schlacht mit 0:2. Nach 90 Minuten stand es torlos. Die Tore des Tages schoss beide Panagiotis Vlachodimos (110./117.).

Im hitzigen Zweikampf: Stefan Kutschke (l.) und Boris Tashchy.
Im hitzigen Zweikampf: Stefan Kutschke (l.) und Boris Tashchy.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Von wegen, es ging um nichts mehr, da ja beide schon in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals stehen. Aber was Prestige so ausmacht zwischen zwei alten Rivalen. Das war hitzig, das war knüppelhart, es brodelte vor einer fantastischen Kulisse permanent.

Fast jedes Foulspiel endete mit einer Rudelbildung. Und hatte Aue seinen Anteil daran, denn die optische Überlegenheit der Dresdner machten sie mit ordentlich Härte wett. Oft im hinnehmbaren Bereich, einmal darüber hinaus. Beim Foul von Niko Vukancic von hinten an Jonas Oehmichen war mehr möglich als Gelb.

Es war nach 35 Minuten bereits die Fünfte. Davor sahen Boris Tashchy und Stefan Kutschke nach einem Gerangel Gelb, zudem Dresdens Athletiktrainer Matthias Grahé.

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Die erste bekam Pavel Dotchev unter die Nase gerieben, weil er sich über die aus seiner Sicht zu einseitige Sichtweise von Schiri Michael Näther beschwerte. "Es ist viel Emotionalität drin", sagte Aues Sportchef Matthias Heidrich zur Pause.

Dynamo mit mehr Chancen als Aue in der Verlängerung

Bitter: Maxi Thiel (r.) vergab seine Chance in der 73. Minute und setzte einen Freißstoß gegen den Pfosten.
Bitter: Maxi Thiel (r.) vergab seine Chance in der 73. Minute und setzte einen Freißstoß gegen den Pfosten.  © Robert Michael/dpa/ZB

Fußball gespielt wurde aber auch zwischendurch. Aue kam schwer ins Spiel und hatte Glück, dass Oehmichen (1.) und Tom Zimmerschied (4.) frei vorm Tor die falschen Entscheidungen wählten. So nach zehn Minuten waren die Veilchen drin und trafen auch. Doch nach feinem Zuspiel des starken Tashchy auf Seitz (14.) stand dieser wohl Zentimeter im Abseits, das Tor zählte nicht.

Die beste Chance zur Führung hatte Vukancic (31.) nach einer Ecke von Marvin Stefaniak, der bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen wurde. Der Verteidiger kam fünf Meter vorm Tor völlig frei zum Kopfball, versemmelte diesen aber total. "Wenn wir zielstrebiger werden in der zweiten Halbzeit, dann ist sicherlich noch mehr drin", so Heidrich.

Doch genau jene Zielstrebigkeit fehlte auch weiterhin. Aue stand zwar sehr sicher, kam aber kaum in die Vorwärtsbewegung. Die Partie hatte zudem nicht mehr die Brisanz, das Feuer und die Härte der ersten 45 Minuten, was auch daran lag, dass beiden Teams die Kraft ausging.

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Dynamo Dresden Darum wollte Heise wieder zurück zu Dynamo kommen

Aue kam in den letzten 20 Minuten und suchte die Entscheidung. Pech hatte der eingewechselte Maxi Thiel (73.), der einen Freistoß aus 18 Metern an den Pfosten setzte. Bei einsetzendem Regen, begleitet mit Blitzen, blieb es beim 0:0 - Verlängerung.

In dieser war zu sehen, dass es für beide des 43. Pflichtspiel der Saison war. Es war mehr ein Schleppen als ein Spielen, wobei Dresden einen frischer wirkte und einige klare Chancen hatte. Der FCE hatte eine durch den eingewechselten Joshua Schwirten (107.). Drei Minuten später kam der Nackenschlag.

An einer Hereingabe von Tony Menzel rutschten alle vorbei, außer Panagiotis Vlachodimos, der den Ball unters Dach wuchtete. Sieben Minuten später legte er auf ähnliche Art das zweite nach.

Statistik zum Spiel Dynamo Dresden gegen FC Erzgebirge Aue

Dynamo Dresden - Erzgebirge Aue 2:0 (0:0)

Dynmo Dresden: Mesenhöler - Kammerknecht, Ehlers, Lewald, Bünning (Zeil)- Will , Oehmichen (L. Herrmann), N. Hauptmann (Menzel), Lemmer, Zimmerschied (Vlachodimos) - Kutschke (R. Meißner)

Erzgebirge Aue: Männel - Schädlich (Ferjani), Vukancic , Nkansah, Jakob - Pepic, Majetschak , Seitz (Burger), Tashchy , Stefaniak - Meuer (Thiel, Schwirten)

Schiedsrichter: Michael Näther

Zuschauer: 27.159

Tore: 1:0 Vlachodimos (110.), 2:0 Vlachodimos (116.)

Gelbe Karten: Dotchev, Kutschke, Tashchy, Vukancic,Majetschak, L. Herrmann, Will

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

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