El-Mala-Brüder auf den Spuren der Allofs-Geschwister: Geschichte wiederholt sich manchmal eben doch
Köln - Zwei Geschwisterpaare, fast 40 Jahre dazwischen, beide Male Berlin - und jeweils ein Bruder trifft zum Ausgleich ... Dass sich Geschichte ab und an tatsächlich wiederholt, hat sich beim 1:1-Unentschieden zwischen dem 1. FC Köln und Union Berlin auf besonders kuriose Weise gezeigt.
Ganz Köln ist derzeit im El-Mala-Fieber. Für den nächsten Höhepunkt sorgte am Sonntagnachmittag allerdings ausnahmsweise nicht DFB-Juwel Said (20), sondern dessen älterer Bruder Malek (21). Der Stürmer feierte mit seiner Einwechslung in der 72. Minute sein Bundesliga-Debüt - und traf nur sieben Minuten später prompt zum wichtigen 1:1-Ausgleich gegen die Eisernen.
Damit durften sich die Kölner nicht nur über einen am Ende verdienten Punkt freuen, sondern auch über einen besonderen Moment in der Vereinsgeschichte: Erstmals seit der Saison 1986/87 standen wieder zwei Brüder gemeinsam für die Geißböcke auf dem Platz.
Damals waren es Klaus (69) und Thomas Allofs (66), die im FC-Trikot auf Torejagd gingen.
Besonders kurios: Auch der letzte gemeinsame Einsatz der Allofs-Brüder führte die Kölner ausgerechnet nach Berlin. Beim Duell gegen Blau-Weiß 90 erzielte Klaus den Treffer zum 1:1-Endstand - und sorgte damit für eine bemerkenswerte Parallele, die sich fast vier Jahrzehnte später wiederholen sollte.
Klaus Allofs über Malek El Mala: "Er muss seinen eigenen Weg gehen"
"Zusammen mit dem Bruder in einem Verein zu spielen, ist natürlich das höchste der Gefühle, das Optimale", erinnert sich der heute 69-Jährige gegenüber dem "Express" zurück. "Wenn man mit seinem Bruder zusammenspielt, beflügelt das enorm."
Hinzu komme, dass es weder Neid noch Missgunst unter den Geschwistern gebe, so Allofs. Stattdessen habe er mit Thomas stets einen gesunden Konkurrenzkampf erlebt, der ihn angetrieben habe - auch wenn es auf dem Rasen untereinander mitunter ruppig zugegangen sei: "Im Training waren wir untereinander weniger rücksichtsvoll und kompromissloser als mit anderen Mitspielern. Wenn es jedoch hart auf hart kam, haben wir zusammengehalten."
Mit Blick auf seine Nachfolger im FC-Dress meint der 69-Jährige: "Said ist ein außergewöhnlicher Fußballer […]. Malek kenne ich nicht so gut, aber die Voraussetzungen sind da."
Der 21-Jährige müsse nun aber seinen eigenen Weg gehen. Schließlich sei es nicht immer einfach, einen erfolgreichen Bruder zu haben, erklärt Allofs: "Dann heißt es: 'Ist er wirklich so gut?' Oder: 'Der andere ist doch besser, siehst Du!' Der Druck ist also da, das war bei Thomas und mir auch so."
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Sven Simon, IMAGO / Matthias Koch

