Berlin - Abnutzungskampf pur! Dass die Partie zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC St. Pauli kein Fußballleckerbissen werden würde, war bereits im Vorfeld klar, am Ostersonntag lieferten beide Teams den Beweis. Beim 1:1-Unentschieden sorgte zumindest das Tor von Mathias Pereira Lage für Aufsehen.
In der ausverkauften Alten Försterei legte Union druckvoll los und kam nach vier Zeigerumdrehungen durch Danilho Doekhi nach einem langen Einwurf zur ersten Chance, doch St. Paulis WM-Quali-Held Nikola Vasilj war hellwach.
Nach der wilden Anfangsphase beruhigte sich die Partie ein wenig. Das lag vor allem daran, dass die Gäste mehr Zugriff bekamen. Die Köpenicker hatten zwar immer noch mehr vom Spiel und zeitweise 70 Prozent Ballbesitz, aber offensiv fanden sie einfach die Lücken nicht.
St. Pauli kam nun auch endlich zu ersten Möglichkeiten. Nachdem Rückkehrer Karol Mets den Ball nach einer Eckballvariante nicht klar traf (22.), machte es Mathias Pereira Lage besser (25.).
Einen abgewehrten Schuss von Jackson Irvine nahm er aus rund 20 Metern direkt und knallte das Leder mit rund 118 km/h zur Führung in die Maschen - ein absolutes Traumtor!
Union blieb aber am Drücker und hatte vor der Pause durch Andrej Ilic (32.) per Kopf sowie Oliver Burke und Derrick Köhn (40.) noch Chancen zum Ausgleich, doch Vasilj war zur Stelle.
Mit der Führung der Gäste ging es in die Pause. Der FCU war zunächst klar überlegen, nutzte aber seine Möglichkeiten nicht und wurde dann eiskalt bestraft. St. Pauli konnte sich in Durchgang eins wieder einmal auf seinen starken Keeper verlassen.
Andrej Ilic sorgt schnell für den Unioner Ausgleich, danach passiert wenig
Wie schon fast nicht anders zu erwarten war, stand St. Pauli mit der Führung im Rücken tief und ließ Union kommen. Gut ging das nicht. Denn schon nach sieben Minuten in der zweiten Hälfte klingelte es. Andrej Ilic stieg nach einer Köhn-Ecke unbedrängt hoch und nickte aus wenigen Metern zum 1:1 ein.
Die Partie stand von nun an auf Messers Schneide. Und fast hätte die Baumgart-Elf einen kapitalen Vasilj-Bock ausgenutzt. Der FCSP-Keeper leistete sich einen Fehler im Spielaufbau, machte dann aber seinen Fehler gegen András Schäfer und Burke wieder gut.
In der Folge war Union die aktive Mannschaft, von St. Pauli kam offensiv nur noch wenig Entlastung. Der Lucky Punch blieb aber aus. In der Nachspielzeit gab es für die Boys in Brown dennoch einen kleinen Dämpfer, Kapitän Jackson Irvine sah wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte.
Am Ende blieb es beim 1:1, das beiden Teams nicht so wirklich weiterhalf. Die Köpenicker verpassten einen großen Schritt Richtung vorzeitiger Klassenerhalt, die Kiezkicker hingegen konnten zwar den Vorsprung auf den 17. aus Wolfsburg ausbauen, blieben aber auf dem Relegationsrang.
Die Statistik zum Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC St. Pauli
Bundesliga, 28. Spieltag
1. FC Union Berlin - FC St. Pauli 1:1 (0:1)
1. FC Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Querfeld, Diogo Leite - Haberer, R. Khedira, Schäfer, Köhn (80. Rothe), Burke (80. Ansah), Jeong (73. Kral) - Ilic
FC St. Pauli: Vasilj - Dzwigala, Wahl, Mets - Fujita (73. Metcalfe), Rasmussen (89. Ceesay), Irvine, Pyrka, Sinani, Pereira Lage - Kaars (60. Hountondji)
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 22.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Pereira Lage (25), 1:1 Ilic (52.)
Gelbe Karten: - / -
Gelb-rote Karte: Irvine (90.+3/wiederholtes Foulspiel)
Rote Karte: Nemeth (90.+4/Co-Trainer St. Pauli)