Last-Minute-Frust bei Union: "Fühlt sich natürlich katastrophal an"

Von Thomas Flehmer

Berlin - Aufbauarbeit statt Sieg-Premiere: Anstatt mit dem ersten vollen Erfolg über den 1. FC Heidenheim in der Bundesliga das anstehende Pokalspiel gegen Bayern München anzugehen, muss sich Union Berlin innerhalb von drei Tagen aus einem emotionalen Tief ziehen.

Union-Coach Steffen Baumgart (53, r.) muss die unnötige Niederlage erstmal verdauen.  © Soeren Stache/dpa

"Das ist schon sehr bitter, aber auch damit müssen wir umgehen. Unser Ziel war es nicht, Heidenheim in die Saison zurückzubringen", sagte ein sehr frustrierter Union-Trainer Steffen Baumgart (53) nach der späten 1:2-Niederlage.

Zeit zum Trauern nach dem Last-Minute-K.o. durch Heidenheims Treffer in der 90. und in der fünften Minute der Nachspielzeit durch die eingewechselten Stefan Schimmer (31) und Jan Schöppner (26) bleibt den Berlinern nicht. Am Mittwoch tritt erneut der FC Bayern in der Alten Försterei an – diesmal im Pokal-Achtelfinale.

"Wir sind alles Profis und müssen das halt natürlich schnell abhaken, weil es sich natürlich katastrophal anfühlt", berichtete Union-Kapitän Christopher Trimmel (38), der selbst die Niederlage schnell zu den Akten legen wird: "Ich bin schon zu lange im Fußball, als dass mich die Niederlage schockt. Die Antwort liegt auf dem Trainingsplatz. Auch wenn nicht viel Zeit ist, muss jeder einzelne dem Trainer zeigen, dass es ein Ausrutscher war."

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Für den 38 Jahre alten Österreicher dient die Niederlage aber auch als Blaupause für das Spiel gegen die Bayern, auch wenn der Wettbewerb ein völlig anderer ist: "Man kann es vergleichen, weil ich glaube, dass du über 90 Minuten eine ganz klare, saubere Leistung brauchst."

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Mehr Drama geht nicht: Innerhalb von fünf Minuten gab Union den Sieg gegen Heidenheim noch aus der Hand.  © Soeren Stache/dpa

Rani Khedira: Werden neu starten

Torschütze Rani Khedira (32, r.) war wieder vorne und hinten zu finden.  © Soeren Stache/dpa

Gerade die klare Linie fehlte gegen die Mannschaft von der Brenz. "Wir haben das speziell die letzten 10, 15 Minuten einfach nicht gut gemacht. Und dann kriegt man halt in der Schlussphase zwei Gegentore und es ist nicht nur Pech, sondern wir sind schon auch selber Schuld."

Auf einen Reset setzt Rani Khedira (32). Der Mittelfeldspieler schien nach seinem Siegtreffer beim 1:0 auf St. Pauli am vergangenen Spieltag mit dem 1:0 in der 43. Minute erneut zum Matchwinner aufzusteigen. "Wir werden neu starten und versuchen, den Plan perfekt umzusetzen und dann da auch unsere Chance zu suchen."

Bereits vor drei Spieltagen war der Rekordmeister zu Gast und konnte durch ein spätes Tor in der dritten Minute der Nachspielzeit die erste Saisonniederlage vermeiden. "Damals wurden wir für den Punkt gefeiert", sagt Khedira, "heute verlierst du das Spiel."

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