Nach Feuerzeug-Attacke auf Torwart: Union-Fan kassiert Bewährungsstrafe

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Anne Baum, Laura Voigt

Berlin - Das Duell zwischen Union Berlin und Bochum steuerte bereits auf ein Unentschieden zu. Dann überschattete kurz vor Schluss ein Feuerzeugwurf aus dem Union-Block die Partie. Nun wurde ein Urteil gefällt.

Das Feuerzeug habe Patrick Drewes (33) direkt am Kopf getroffen.
Das Feuerzeug habe Patrick Drewes (33) direkt am Kopf getroffen.  © Andreas Gora/dpa

Ein 28 Jahre alte Berliner war als Union-Fan am 14. Dezember 2024 im Stadion an der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. Von der Zuschauertribüne aus habe er mit einem Feuerzeug in Richtung des damaligen VfL-Torwarts Patrick Drewes (33) geworfen und ihn aus etwa 20 Metern Entfernung am Kopf getroffen. Das habe zu einer oberflächlichen Schädelprellung geführt, die ambulant behandelt worden sei. Für eine Woche sei Drewes nicht arbeitsfähig gewesen. 

Nun ist der Union-Fan zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den Angeklagten der gefährlichen Körperverletzung schuldig. 

Drewes, inzwischen bei Borussia Dortmund unter Vertrag, sagte im Prozess als Zeuge aus. Er habe nach dem Treffer "einen Moment gebraucht, um mit der Situation klarzukommen". Benommen sei er gewesen, habe unter Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit gelitten. Von einer Anzeige habe er allerdings abgesehen - "ich hatte danach kein Strafverfolgungsinteresse und heute nicht". 

Union-Berlin-Blog: Unsere Nationalelf und alte Helden bei Union
1. FC Union Berlin Union-Berlin-Blog: Unsere Nationalelf und alte Helden bei Union

Die Partie war in der Nachspielzeit für mehr als 25 Minuten unterbrochen, nachdem Drewes benommen vom Feld musste. Das Sport- und auch das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes hatten die 1:1 ausgegangene Partie wegen des Eklats mit 2:0 für Bochum gewertet. Die Entscheidungen sorgten für Diskussionen. Zuletzt bestätigte das Ständige Schiedsgericht die vorherigen Urteile. 

Überwachungskameras führten zum Verdächtigen

Der Angeklagte hatte sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er war kurz nach der Tat als mutmaßlicher Werfer der Polizei übergeben worden - Aufnahmen von Überwachungskameras im Stadion hätten zu ihm geführt. Laut Ermittlungen war er alkoholisiert, als es zum Wurf kam. 

Der Staatsanwalt beantragte eine Strafe von zehn Monaten Haft auf Bewährung. Was der Angeklagte getan habe, sei ein "absolutes No-Go, da ist eine rote Linie überschritten". Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin: