Berlin - Union Berlin und die Viererkette - das will offenbar einfach nicht zusammenpassen. Daran konnte bisher auch der neue Trainer Mauro Lustrinelli (50) nichts ändern.
Der Schweizer gilt als eiserner Verfechter dieser Defensivformation und ist damit bislang eigentlich recht gut gefahren. In der vergangenen Saison ist er mit dem Aufsteiger FC Thun sogar auf Anhieb überraschend Schweizer Meister geworden.
Seine Spielidee war eines der ausschlaggebenden Argumente für die Verpflichtung als neuer Hauptübungsleiter bei den Eisernen, bei denen er allerdings bislang eine ziemlich ernüchternde Bilanz vorzuweisen hat.
Von zehn Testspielen konnten die Berliner nur drei gewinnen - zwei davon gegen Fünft- und Achtligisten und nur gegen letztere konnte der Hauptstadtklub seine weiße Weste wahren.
Im letzten Testspiel hagelte es am Samstag wieder vier Gegentreffer gegen den Premier-League-Aufsteiger Ipswich Town. Nach anfänglicher Führung "haben wir zwei einfache Tore kassiert", stellte der neue Innenverteidiger Zeno Van Den Bosch (23) im Anschluss an die Partie fest.
Ein Muster, das sich in der Vorbereitung leider allzu oft wiederholte, denn die neuformierte Hintermannschaft kassierte immer wieder vermeidbare Gegentreffer.
Trotz vieler Gegentore: Mauro Lustrinelli sieht positive Entwicklung bei Union Berlin
Nichtsdestotrotz zeigte sich Lustrinelli mit dem Fortschritt seines Teams zufrieden. "Die Mannschaft arbeitet mit einer guten Mentalität, wir haben uns entwickelt - nicht überall natürlich, weil das nicht in ein paar Wochen geht", konstatierte der Coach.
"Wir machen einige Sachen wirklich gut, bei anderen Sachen haben wir sicher noch ein großes Entwicklungspotenzial", stellte der Trainer fest. Wichtig sei, dass man wüsste, woran es noch zu arbeiten gilt.
"Wir wollen einen ganz anderen Fußball spielen mit einem neuen System und mit den gleichen Spielern und dafür braucht man natürlich etwas Zeit", warf der 50-Jährige ein.
"Zeit" war ein Stichwort, dass in vielen Interviews immer wieder fiel, aber viel davon bleibt den Köpenickern jetzt nicht mehr übrigen. Schon am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/Sky) steht die erste Runde im DFB-Pokal auf dem Programm.
Und sollte das unbequeme Gastspiel beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig in die Hose gehen, dann dürften sich erst einmal düstere Wolken über der Alten Försterei zusammenbrauen.