Union-Wunderkind schreibt Geschichte, aber Heidenheim wird zum Spielverderber

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Von Maximilian Wendl

Heidenheim - Es war die einzige positive Nachricht für Union Berlin: Mit 16 Jahren und drei Tagen hat Linus Güther Bundesliga-Geschichte geschrieben.

Der erste Streich: Heidenheims Mathias Honsak (l.) trifft zum 0:1.
Der erste Streich: Heidenheims Mathias Honsak (l.) trifft zum 0:1.  © Harry Langer/dpa

Das Offensivtalent wurde beim 1:3 (0:2) beim 1. FC Heidenheim eingewechselt und ist dadurch der zweitjüngste Spieler der Bundesliga-Historie. Nur der frühere Dortmunder Youssoufa Moukoko war mit 16 Jahren und einem Tag noch jünger. Güther, der erst seit dieser Woche spielberechtigt ist, kam in der 84. Minute in die Partie.

Viel ausrichten konnte Unions Wunderkind nicht mehr. Die Berliner kassierten eine verdiente Niederlage. Mit dem Ende der Sieglos-Serie wahrt wiederum der 1. FC Heidenheim seine Mini-Chance auf den Klassenerhalt. Dank des Heimsieges gelang dem Team von Trainer Frank Schmidt nach 15 Spielen ohne Dreier der ersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Matchwinner war Mathias Honsak, der in der ersten Halbzeit doppelt traf (9./36.). Union tat sich lange Zeit schwer und kam durch Leopold Querfeld nur zum zwischenzeitlichen 1:2 in der 75. Minute. Darauf antwortete Budu Siwsiwadse mit einem Joker-Tor (79.). Ein weiterer Treffer des Georgiers in der Nachspielzeit wurde vom Schiedsrichter zurückgenommen.

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Für den FCH war es erst der vierte Saisonsieg, in der Tabelle liegt der Club mit 19 Punkten weiter auf dem letzten Platz.

Die vergangenen Monate ohne Erfolgserlebnis waren laut Schmidt "für uns alle nur schwer zu ertragen". Auch gegen die Gäste aus der Hauptstadt sah es erst einmal nicht nach einem Ende des Negativlaufs aus, denn Union kam zunächst immer wieder in die gefährlichen Räume und durch Derrick Köhn zur ersten Großchance (2.).

Unions Linus Güther: Zweitjüngster Spieler der Bundesliga-Historie

Unions Linus Güther (r.) kommt als zweitjüngster Bundesligaprofi ins Spiel.
Unions Linus Güther (r.) kommt als zweitjüngster Bundesligaprofi ins Spiel.  © Harry Langer/dpa
Union hatte gegen Doppelpacker Mathias Honsak nichts entgegenzumelden.
Union hatte gegen Doppelpacker Mathias Honsak nichts entgegenzumelden.  © Harry Langer/dpa

Jubeln durften aber die Gastgeber. Marvin Pieringers Hereingabe fand Honsak, der das schnellste Heidenheimer Saisontor erzielte. Nur knappe zehn Minuten später zielte der aufgerückte Marnon Busch etwas zu ungenau.

Heidenheim spielte von der Führung anscheinend beflügelt mutig nach vorn, hatte mehr Ballbesitz und kam durch Honsak zum zweiten Treffer. Diesmal verlängerte Kapitän Patrick Mainka einen Einwurf von Busch zum eingelaufenen Österreicher.

Während die Heidenheimer mit Ovationen in die Kabine verabschiedet wurden, stapfte Union-Coach Steffen Baumgart in Gedanken versunken vom Rasen.

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Lösungen fand seine Mannschaft auch nach dem Seitenwechsel erst einmal nicht. Weiter fehlte das Tempo, nur selten gab es zündende Ideen im Offensivspiel: Mal kam - wie schon im ersten Durchgang - der letzte Pass nicht an. Mal klärte die stets aufmerksame FCH-Defensive um Keeper Diant Ramaj konzentriert - wie beim Kopfball von Andrej Ilic in der 74. Minute. Wie so häufig bei Union sorgte der darauffolgende Eckball dann aber für den Anschlusstreffer durch Querfeld.

Der Sieg der Gastgeber gegen ihren Lieblingsgegner Union - gegen keinen anderen Bundesligisten feierten die Heidenheimer mehr Bundesliga-Siege - geriet in der Schlussphase jedoch nicht mehr in Gefahr. Denn der eingewechselte Siwsiwadse beseitigte die letzten Zweifel.

Titelfoto: Harry Langer/dpa

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