Warum sich Union-Coach Baumgart so über die Rote Karte ärgert: "Keiner hat es gesehen"

Berlin - Bei Sky mussten sie erstmal die entsprechende Szene suchen. Union Berlin-Trainer Steffen Baumgart (54) hatte es schon im Spiel am Donnerstag gesehen und sah sich auch nach Ansicht der TV-Bilder bestätigt: Da war doch was!

Schiedsrichter Florian Badstübner zeigt Unions Derrick Köhn (26, 2.v.r.) die Rote Karte.  © Harry Langer/dpa

Es lief bereits die 88. Minute, da ging Danilho Doekhi (27) beim 1:1 in Augsburg nach einer Ecke und kurzem Gerangel abseits des Balles im Strafraum zu Boden. Das Spiel aber lief weiter - und jetzt wurde Union Berlin gleich doppelt bestraft.

Statt eines Elfmeters flog Neuzugang Derrick Köhn (26) mit Rot vom Platz. Er spielte zwar den Ball, hatte den Fuß aber auf Kopfhöhe und erwischte Augsburgs Samuel Essende (27) - direkt nach der Ecke. "Das ist dann auch eine Rote Karte. Damit müssen wir leben. Es tut mir für Derrick leid. Es war keine Absicht, trotzdem war das Bein eindeutig zu hoch", kann Baumgart einerseits mit der Entscheidung leben.

Andererseits hätte es seiner Meinung nach gar nicht zum Platzverweis kommen dürfen. "Er kriegt den Ball nicht mehr, er ist im Zentrum und er wird gehalten", stellt der 54-Jährige im Sky-Interview fest.

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"Ich bin mir relativ sicher, dass wir im Sommer alle gehört haben, dass so etwas geahndet wird. Ist es nicht, also stellt sich die Frage: Warum erklärt man uns das?", so Baumgart süffisant. "Wir werden damit umgehen müssen. Für mich ist es ein Ziehen und Halten, was unterbunden werden soll, es wurde nicht unterbunden, hat keiner gesehen, daraus resultiert die Rote Karte und mein Spieler ist leider dann gesperrt."

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Köhn fehlt Union definitiv am Sonntag in Stuttgart.  © Harry Langer/dpa

Horst Heldt spricht von "harter Entscheidung"

Steffen Baumgart (54) ist wie immer engagiert an der Seitenlinie.  © Harry Langer/dpa

Doekhi ging zwar nochmal zu Schiedsrichter Florian Badstübner (34), ansonsten hielten sich die Proteste allerdings in Grenzen. Auch der VAR hatte nichts einzuwenden. "So ist der Fußball. Es sind Kleinigkeiten. Ich habe die Regeln nicht gemacht, sondern so wurde es mir erklärt", so Baumgart.

Auch Manager Horst Heldt (56) hadert mit dem Platzverweis, allerdings nicht aufgrund der Entstehung. "Erstmal hat er sich ans Gesicht gehalten, aber der Fuß liegt auf der Schulter.

Beide gehen mit hohem Tempo zum Ball. Schwierig zu beantworten. Ich hätte mir gewünscht, dass er sich das anschaut", spricht Heldt von einer "harten Entscheidung".

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