BVB zerlegt den HEBC bei Rekordspiel im DFB-Pokal: Oberligist darf eine halbe Stunde träumen
Hamburg - Diesen Tag werden sie niemals vergessen: Die Oberliga-Kicker des Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club, kurz HEBC, mussten sich im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund zwar mit 0:5 geschlagen geben, sie lieferten dem BVB im größten Spiel der Vereinsgeschichte aber einen erstklassigen Kampf.
"Was wäre die Welt ohne Träume?" war vor Spielbeginn auf einem großen Banner zu lesen, das die HEBC-Fans auf der Tribüne des Volksparkstadions präsentierten. Ihr Team schaffte die Sensation nicht, kann sich nun aber zumindest die größte Zuschauerkulisse eines Fünftligisten bei einem Pokalspiel jemals auf die Fahne schreiben - 45.917 waren live dabei.
Und die Anhänger des Stadtteilklubs durften mehr als eine halbe Stunde vom ganz großen Wurf träumen. Der BVB war zwar von Anfang an erwartbar dominant, verzweifelte aber an der eigenen Ungenauigkeit oder an HEBC-Keeper Jannik Schoon.
Der parierte unter anderem in der 25. Minute herausragend gegen Nationalspieler Felix Nmecha und wurde dafür vom weiten Rund frenetisch gefeiert - generell sorgten beide Fanlager dafür, dass die Partie einem Heimspiel des HSV atmosphärisch in nichts nachstand.
In der 33. Minute war es dann ausgerechnet ein Eigentor von HEBC-Kapitän Janek Wrede, das den Knoten aus Dortmunder Sicht platzen ließ. Noch vor der Pause ließ Schwarz-Gelb drei weitere Treffer durch Daniel Svensson (36.) und Samuele Inácio (41./45.+2) folgen.
HEBC gegen den BVB: Die Hoffnung auf den Ehrentreffer stirbt zuletzt
Das Spiel war damit schon zu Beginn der zweiten Halbzeit entschieden, der überragenden Stimmung tat das jedoch keinerlei Abbruch. Für Belustigung sorgte zudem ein Flitzer, der kurz nach Wiederbeginn aufs Feld stürmte und die Ordner für einige Momente vor Probleme stellte.
Als die Partie wieder lief, legte der Bundesligist nach: Fábio Silva (59.) schraubte auf 5:0 aus Sicht der Kovač-Elf, bei der Leistungsträger wie Nmecha oder Julian Ryerson schon früh unter die Dusche durften, um sich für die kommenden Aufgaben zu schonen.
Mit fortschreitender Spielzeit blieb so nur noch eine Frage offen: Würde dem Fünftligisten hier zur Krönung des Tages noch der Ehrentreffer gelingen? Bei jeder halbwegs vielversprechenden Offensivaktion wurden die HEBC-Kicker lautstark nach vorne gepeitscht, doch dem Oberligisten fehlte das nötige Glück.
So stand für die Mannschaft von Coach Philipp Obloch schließlich eine 0:5-Pleite zu Buche - und ein Erlebnis, über das im Stadtteil Eimsbüttel noch lange gesprochen werden dürfte sowie ein Erinnerungsfoto, das beide Teams nach Abpfiff zusammen machten.
Statistik zum DFB-Pokal-Duell zwischen dem HEBC und Borussia Dortmund
1. Runde, DFB-Pokal
HEBC - Borussia Dortmund 0:5 (0:4)
HEBC: Schoon (46. Ahmann) - Eggers, von Zitzewitz, Wrede, Stegemann, Grünewald - Oldag (54. Aug), Nawaz, Lemke (67. Wilhelm), Köhler (67. Demirovic) - Schick (54. Magens)
BVB: A. Meyer - Mane, Anton (66. Reggiani), Svensson (58. Prates) - Ryerson (46. Beier), F. Nmecha (46. Chukwuemeka), J. Veerman, Albert, Sabitzer, Inácio (77. Karetsas) - Fábio Silva
Schiedsrichter: Tom Bauer (Mainz)
Zuschauer: 45.917
Tore: 0:1 Wrede (33., Eigentor), 0:2 Svensson (36.), 0:3 Inácio (41.), 0:4 Inácio (45.+2), 0:5 Fábio Silva (59.)
Gelbe Karten: Nawaz (1) / -
Titelfoto: Christian Charisius/dpa

