Einlass-Chaos vor Notelf-Sieg von Chemie Leipzig
Leipzig - Die BSG Chemie Leipzig hatte am Sonntagnachmittag Hertha BSC II in der Regionalliga Nordost zu Gast - und gewann vor 4999 Zuschauern verdient mit 2:0 (0:0). Mit gerade einmal drei Feldspielern auf der Ersatzbank gingen die extrem personalgeschwächten Grün-Weißen in die Partie. Und das war nicht alles, was in Leutzsch trotz des Sieges am Ende Sorgen machte.
Stressig wurde es schon vor dem Anpfiff: Die Chemiker hatten erst am Samstag darüber informiert, dass ab sofort eine Parkgebühr fällig wird, wenn man nahe des Alfred-Kunze-Sportparks das Auto abstellen möchte. Ein entsprechendes Parkticket musste vorab online gebucht werden.
Eine Info, die so kurzfristig offenbar nicht jeden Fan erreicht hatte. Schon über eine Stunde vor dem Anpfiff staute es sich gewaltig an den Eingängen.
Besonders schlimm wurde es, wenn die Ordner nach langen Diskussionen nicht gerade begeisterte Fans wieder losschicken mussten, weil sie keinen entsprechenden QR-Code vorzeigen konnten.
Nach TAG24-Informationen wollte der Verein die neue Regelung schon zum Hertha-Spiel unbedingt umsetzen, anstatt mit längerem Informations-Vorlauf die Sache erst in zwei Wochen gegen Erfurt einzuführen.
BSG Chemie Leipzig verliert auch noch Kapitän Wendt - und zwar doppelt!
Trotz der Umstände wollten die Hausherren mutig in die Partie gehen. Allerdings waren die Berliner zunächst die klar bessere Mannschaft. Chemie ließ sich tief in die eigene Hälfte drängen.
Erschwerend kam hinzu, dass Coach Alexander Schmidt schon nach elf Minuten auch noch seinen Kapitän Philipp Wendt verlor, der sich den Oberschenkel hielt und nicht weitermachen konnte. David Pfeil musste kommen - Chemie nur noch mit zwei Feldspielern auf der Bank.
Im Laufe der ersten Hälfte wurden die Gastgeber aber stärker und hätten durch Malick Sanogo (32.) oder Julius Hoffmann (41.) zwingend das 1:0 machen müssen. So blieb es aber beim 0:0 zur Halbzeit.
Ähnliches Bild nach Wiederbeginn. Die Sachsen waren vor dem Kasten viel gefährlicher, belohnten sich nur zunächst nicht. Dann klappte es aber endlich mit der verdienten Führung! Willi Reincke setzte sich stark im Mittelfeld durch und schloss resolut ab. Das Leder knallte unhaltbar rechts oben ins Netz - 1:0 (58.).
Dann wurde es ganz bitter für die Sachsen! Wendt, der ja im ersten Durchgang verletzt raus musste, meckerte nach einem Foul an einem Hertha-Spieler auf der Bank zu sehr und sah von Schiedsrichter Florian Lukawski dafür die Rote Karte. Heißt: Grün-Weiß muss nächste Woche auch hier improvisieren.
Auf dem Platz machten die Hausherren aber unbeirrt weiter und erhöhten auf 2:0! Torschütze war Malick Sanogo, der zuvor einige Male glücklos blieb (70.).
Das Ergebnis stimmte, das Personal nicht: Philipp Kühn blieb nach einem Zweikampf im eigenen Strafraum liegen und musste letztendlich von mehreren Helfern vom Platz gebracht werden. Das sah richtig übel aus. Die Personal-Sorgen der Leipziger sind damit bis auf die Spitze getrieben.
Titelfoto: TAG24

