Torflut beim Kellerkracher! Chemie Leipzig ballert sich wie befreit zum ersten Saisonsieg
Berlin - Da ist er endlich, der erste Saisonsieg! Die BSG Chemie Leipzig hat am Mittwochabend das Auswärtsspiel in der Regionalliga Nordost bei Tasmania Berlin mit 5:2 (3:2) gewinnen können. Die Grün-Weißen, die in dieser Saison nicht gerade durchs Toreschießen bekannt waren, trafen im ersten Durchgang gleich dreimal und Philipp Kühn machte kurz vor Schluss unter anderem per Fallrückzieher den Deckel drauf.
Es ging los mit einem echten Traumstart der Chemiker.
Nach einer Ecke von rechts landete die Kugel über mehrere Stationen bei Darijan Silic, der schon zuletzt im Sachsenpokal extrem positiv aufgefallen war, im Zentrum. Der BSG-Neuzugang fackelte nicht lang und setzte das Rund unter die Latte - 1:0 (8.).
Und die Grün-Weißen blieben dran, spielten gar nicht wie ein Tabellenvorletzter, waren präsent und drückten aufs Tempo. Und das führte früh zum zweiten Treffer!
Wieder war es Silic, der ganz stark auf Malick Sanogo durchsteckte. Der Ivorer blieb cool und versenkte den Ball links im langen Eck (15.).
Es brauchte einen Fehler, um die Hauptstädter wieder in die Partie zu bringen. Ein Fehlpass in der eigenen Hälfte brachte Ex-Auer Jamilu Collins ins Laufen, der überlegt links unten an Marcel Bergmann vorbei das 1:2 machte (21.).
Und plötzlich waren die Berliner wach. Die Grün-Weißen, die in der Anfangsviertelstunde alles im Griff hatten, schwammen wie wild und mussten mehrmals tief Durchatmen, weil die Gastgeber nicht das 2:2 machten.
Stattdessen erhöhte Chemie kurz vor der Pause per Elfmeter auf 3:1. Kühn war im Strafraum gefoult worden, Willi Reincke trat dann an und verwandelte sicher links unten (43.). Der Halbzeitstand? Nein! Quasi im Gegenzug machte Erich Berko das 2:3 per Kopf nach einer Flanke von links (45.). Ein wilder erster Durchgang.
Superspannendes Duell zwischen Tasmania Berlin und Chemie Leipzig
Nach Wiederanpfiff verschliefen die Hausherren dieses Mal nicht den Start und drängten direkt auf den Ausgleich. Offensiv kam unterdessen von den Chemikern wenig. Vielleicht zu wenig, um den möglichen ersten Saisonsieg festzuhalten?
Erst nach gut einer Stunde machten auch die Leipziger wieder richtig mit. Es war ein wirklicher Keller-Krimi, bei dem jederzeit hätte etwas passieren können.
Kein Spiel der Nerven für BSG-Coach Alexander Schmidt, der sicherlich gern frühzeitig den Schlusspfiff gehört hätte.
Trotzdem: Tasmania war näher am 3:3 als die Gäste am 4:2. Chemie lauerte zu oft nur auf Konter. Unnötig, da das Offensivspiel im ersten Durchgang ja tatsächlich mal funktioniert hatte.
Dachte sich wohl auch Kühn, der artistisch schließlich das entscheidende 4:2 machte. Nach einer Flanke von links packte der Stürmer den Fallrückzieher aus und sorgte beim vollgepackten Chemie-Anhang im Gästeblock für pure Ekstase. In der Nachspielzeit machte der Angreifer sogar noch den 5:2-Endstand (90.+5).
Titelfoto: Matthias Koch

