Elfer-Stress bei Eintracht-Sieg gegen taumelnde Hertha

Frankfurt am Main - SGE baut Serie aus! Auch im siebten Bundesliga-Spiel in Folge blieb Eintracht Frankfurt ungeschlagen und besiegte die kriselnde Hertha souverän mit 3:0 (2:0). Randal Kolo Muani überragte einmal mehr mit einer außergewöhnlichen Leistung, um zwei Elfmeter-Entscheidungen gab es mächtig Diskussionen.

Beim 3:0-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen Hertha BSC sorgten zwei strittige Elfmeter-Szenen für große Aufregung.
Beim 3:0-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen Hertha BSC sorgten zwei strittige Elfmeter-Szenen für große Aufregung.  © Arne Dedert/dpa

Auffällig: Beide Trainer ließen ihre Neuverpflichtungen von Anfang an ran. Eintracht Frankfurts Coach Oliver Glasner beorderte Last-Minute-Transfer Philipp Max sofort in die Anfangsformation, um die linke Außenbahn zu beackern. Aufseiten der Gäste fand sich Winter-Neuzugang Florian Niederlechner erstmalig in der Schwarz-Startelf wieder.

Entsprechend seinem Blitz-Wechsel begann Max sofort mit ordentlich Dampf über links. Nach einer schönen Kombination über die Außen fand er mit seiner scharfen Hereingabe allerdings keinen Abnehmer in der Mitte (1.).

In der Anfangsphase kontrollierten die Hessen ganz klar das Geschehen und kreierten im Ansatz immer wieder gefährliche Angriffe. Lediglich der letzte Pass fehlte an so mancher Stelle.

Trapp nimmt nach schwachen SGE-Kicks Kollegen in die Pflicht: "Das ist inakzeptabel!"
Eintracht Frankfurt Trapp nimmt nach schwachen SGE-Kicks Kollegen in die Pflicht: "Das ist inakzeptabel!"

Nach 19 absolvierten Minuten sollte es dann zur strittigsten Phase der Partie kommen. Zuerst drehte sich Makoto Hasebe bei einem Weitschuss von Marco Richter zur Seite und bekam die Kugel an den angelegten Arm. Referee Robert Hartmann entschied zu Recht nicht auf Strafstoß. Direkt im Gegenzug nahm er jedoch seine Pfeife in den Mund und zeigte auf den Punkt.

Bei einem Dribbling von Kolo Muani im Strafraum packte Filip Uremovic ein wenig zu beherzt zu und traf den Franzosen zudem mit dem Knie an der Wade, was einen berechtigten Elfmeter zur Folge hatte.

Der Gefoulte trat im Anschluss selbst an und jagte das Leder humorlos zur 1:0-Führung links in die Maschen (20.). Die Bank der Herthaner stand indes Kopf und beschwerte sich lautstark vergebens beim Schiedsrichter-Gespann.

Randal Kolo Muani (r.) erzielte per Elfmeter die 1:0-Führung für Eintracht Frankfurt im Heimspiel gegen die Hertha aus Berlin.
Randal Kolo Muani (r.) erzielte per Elfmeter die 1:0-Führung für Eintracht Frankfurt im Heimspiel gegen die Hertha aus Berlin.  © Arne Dedert/dpa

Nur kurze Zeit später waren es erneut die Hausherren, die den Ball gepflegt nach vorne trugen. Mario Götze spielte an der rechten Außenlinie nach innen zu Jesper Lindström, der kurz anzog und wunderschön auf Muani durchsteckte.

Der Bundesliga-Topscorer blieb frei vor Hertha-Keeper Christensen eiskalt und vollstreckte links unten - der Doppelschlag zum 2:0 für die SGE (28.)! Bis zur Halbzeitpause sollte anschließend nichts Erwähnenswertes mehr passieren, weshalb es mit einem mehr als verdienten Frankfurter Vorsprung in die Kabinen ging.

Eintracht Frankfurt schaltet in Halbzeit zwei einen Gang zurück, Hertha BSC kämpft um den Anschluss

Auch für das zwischenzeitliche 2:0 sorgte Frankfurts Mittelstürmer Kolo Muani (r.) und avancierte damit erneut zum Matchwinner.
Auch für das zwischenzeitliche 2:0 sorgte Frankfurts Mittelstürmer Kolo Muani (r.) und avancierte damit erneut zum Matchwinner.  © Arne Dedert/dpa

Durchgang zwei startete mit verbesserten Berlinern, bei denen nun auch Tolga Cigerci sein Bundesliga-Comeback feiern durfte.

Folglich kam der Hauptstadtklub in der 62. Minute zu seiner dicksten Chance des bisherigen Tages. Der eingewechselte Jessic Ngankam zog aus zentraler Position im Sechzehner ab, doch für den bereits geschlagenen Kevin Trapp rettete Tuta per Kopf gerade noch auf der Linie.

Im weiteren Verlauf beruhigte sich das wilde Treiben auf dem grünen Rasen deutlich. Die SGE bemühte sich um Kontrolle, die Hertha versuchte alles, blieb aber offensiv zu harmlos und ohne Durchschlagskraft.

Eintracht-Kapitän Rode verrät Stand seiner Reha und hat süße Familienpläne
Eintracht Frankfurt Eintracht-Kapitän Rode verrät Stand seiner Reha und hat süße Familienpläne

Am Ausgang änderte letztlich nur noch der Treffer von Aurelio Buta in letzter Sekunde etwas, der nach einem Abpraller überlegt aus der Distanz einschob (90.+4).

Als eindeutiger Spieler des Spiels entpuppte sich mal wieder Kolo Muani, der bei seiner Auswechslung in der 84. Minute mit "Kolo, Kolo, Kolo Muani"-Sprechchören verabschiedet wurde. Neben dem französischen Ausnahmestürmer überzeugte auch der anfangs erwähnte Neu-Linksaußen Max mit einer blitzsauberen Partie.

Statistiken zum Bundesliga-Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Hertha BSC

19. Spieltag

Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 3:0 (2:0)

Eintracht Frankfurt: K. Trapp - Tuta, Hasebe, N´Dicka - Buta, Kamada (69. Rode), Sow (90. Jakic), Max (69. Lenz) - Lindström (69. Borré), M. Götze - Kolo Muani (84. Alario)

Hertha BSC: O. Christensen - Kenny (46. Mittelstädt), Uremovic, Kempf, Plattenhardt - Tousart (80. Boateng) - Boetius (46. Tolga Cigerci), Serdar - Marco Richter, Niederlechner (76. Scherhant), Lukebakio (46. Ngankam)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

Zuschauer: 49500

Tore: 1:0 Kolo Muani (21./Foulelfmeter), 2:0 Kolo Muani (28.), 3:0 Buta (90.+4)

Gelbe Karten: Tuta (4) / Niederlechner (2), Mittelstädt (2)

Beste Spieler: Sow, Kolo Muani / Tolga Cigerci, Ngankam

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

Mehr zum Thema Eintracht Frankfurt: