Von Eric Dobias
Brentford/Frankfurt am Main - Klartext von Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter (56) nach dem Debakel in der Saison-Generalprobe gegen Premier-League-Klub FC Brentford: "Bei einem 0:7 braucht man nicht zu diskutieren: Das geht auch in einem Testspiel nicht", sagte er Bild nach dem desaströsen Auftritt seiner Mannschaft.
Knapp eine Woche vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal beim SC St. Tönis herrschte im Eintracht-Lager Entsetzen statt Enthusiasmus. Die von Hütter in der Vorbereitung erzeugte Aufbruchstimmung ist dahin.
Die katastrophale Vorstellung auf der Insel führte den Verantwortlichen und Fans schmerzhaft vor Augen, dass die Eintracht in dieser Besetzung und Verfassung in der Bundesliga nicht um die angestrebten Europa-Startplätze kämpfen kann.
"Wir haben viele Hausaufgaben mitbekommen", räumte Rückkehrer Hütter ein. Seine Hoffnung: "Vielleicht war das zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug, bevor jeder glaubt, es ist alles schon sehr, sehr gut." Immerhin hatte die Eintracht zuvor alle Testspiele gewonnen.
In Brentford wurden dem Team vom Neunten der letzten Premiere-League-Saison nun schonungslos die momentanen Grenzen aufgezeigt. Kevin Schade (2. Minute/70.), Igor Thiago (41./68.), Mamadou Sangaré (12.), Dango Ouattara (52.) und Keane Lewis-Porter (57.) trafen für die Engländer.
Eintracht Frankfurt geht unter: Hütter-Team bricht nach Halbzeit völlig auseinander
In einer ganz schwachen ersten Halbzeit offenbarte Frankfurt vor allem im Defensivverhalten - wie schon in der vergangenen Spielzeit - große Schwächen.
Zum Überfluss leistete sich Torwart Kaua Santos beim zweiten Gegentor einen Fauxpas, als er den Ball durch die Finger rutschen ließ. Das dürfte die Torwartdiskussion um die Nummer 1, für die der Brasilianer eigentlich vorgesehen war, neu aufflammen lassen.
Und dann musste Kapitän Robin Koch mit Schwindelgefühlen auch noch vorzeitig vom Platz. Die Viererkette war danach völlig überfordert. Nach der Pause brach das Hütter-Team dann komplett auseinander. Völlig wehrlos kassierten die Hessen in kurzer Abfolge zwei Doppelschläge. "Wir waren nicht nur spielerisch, sondern auch physisch deutlich unterlegen", befand Hütter.
Der Österreicher muss nun darauf hoffen, dass Sportvorstand Markus Krösche den Kader schnell mit Neuzugängen auffüllt, die den Frankfurtern auf Anhieb weiterhelfen. Die bislang verpflichteten Malik Pimpong, Noel Aseko, Raphael Onyedika und Otavio konnten diesem Anspruch bisher nicht gerecht werden.