"Rette sich, wer kann"-Mentalität: Krösche tritt gegen Ex-Coach Toppmöller nach
Frankfurt am Main - Albert Riera (43) soll als neuer Trainer von Eintracht Frankfurt das schaffen, was seinem Vorgänger Dino Toppmöller (45) zuletzt nicht mehr gelungen war. Markus Krösche (45) trat gegen den Ex-Coach deutlich nach.
Sieben Niederlagen, drei Remis und nur ein Sieg, dazu 29 Gegentore, der Absturz in der Bundesliga und das harte Aus in der Champions League: Die vergangenen Monate der Eintracht waren schlicht zum Vergessen. Für Krösche ist die Sachlage klar.
Den negativen Entwicklungen unter Toppmöller habe man Rechnung tragen müssen, erklärte der Sportvorstand bei der Vorstellung Rieras auf Rückfrage. "Wenn eine gewisse Struktur fehlt außerhalb des Platzes, dann ist es schwierig, eine Struktur auf den Platz zu bekommen", sage er.
Zweifelsohne ein deutlicher Seitenhieb gegen den Mitte Januar entlassenen Ex-Trainer der Hessen.
"Wenn gewisse Richtlinien natürlich etwas zu weit sind, dann ist es menschlich, wenn die eine oder andere Entwicklung so ist, dass man sich nicht mehr im Kollektiv unterordnete", führte der 45-Jährige weiter aus.
Er glaube, dass es das sei, "was in den letzten Monaten dazu geführt hat, dass sich auch auf dem Platz eine 'Rette sich, wer kann'-Mentalität breit gemacht hat". Als Kollektiv sei mit und auch gegen den Ball nicht mehr gearbeitet worden.
Eintracht Frankfurt: Toppmöller wird lange Leine zum Verhängnis, Riera muss für Ordnung sorgen
Bedeutet: Toppmöller hat die eigene Leine zu lang gelassen und somit maßgeblich zum Absturz der Mannschaft beigetragen. Und das, obwohl sein menschlicher Umgang mit Spielern lange Zeit von vielen Seiten sogar ausdrücklich gelobt worden war. In einer Phase, in der eine strengere Gangart nötig geworden wäre, konnte er den Schalter allerdings offenbar nicht umlegen.
Was das Ausnutzen der "Wohlfühloase Eintracht" über den Charakter der entsprechenden Spieler aussagt, steht auf einem anderen Blatt. Auf Riera kommt somit zunächst einmal die Aufgabe zu, alle wieder auf eine Linie zu bringen.
Titelfoto: Montage: Arne Dedert/dpa, Christian Charisius/dpa
