"Aggressivität" und Reibereien im Training - plötzlich raschelt's in Cottbus!
Cottbus - Wirken Wollitz' Worte? Wenige Tage nach den von Energies Trainer angekündigten Konsequenzen raschelt's plötzlich! Zum Wochenstart ist im FCE-Training richtig Feuer drin, es kommt auch zu Zoff.
Aus dem Grund nimmt sich Wollitz, für einen Mittwoch ungewöhnlich, zum Start des Trainings mehrere Minuten Zeit, um im Spielerkreis zu seiner Mannschaft zu reden.
Thema: Die hohe Aggressivität in den Einheiten am Montag und Dienstag: "Es kommt immer dann, wenn man mit sich selbst auch nicht zufrieden ist. Grundsätzlich: Emotionen sind wichtig. Auch mal gewisse Diskussionen und auch Streitigkeiten", ordnet der FCE-Coach später ein.
Trainer und Spieler hätten sich zum Wochenstart lange ausgesprochen, laut Wollitz hätten sich einige Themen angestaut. Eine Maßnahme daraus: Ab sofort werden Abläufe und Inhalte im Training geändert.
Am Mittwoch ist zwar - wie zwei Tage vor dem Spieltag - eine kurze Einheit von 45 Minuten Platzzeit angesetzt. Doch das übliche "Eck-und-Weg" findet nicht statt. Dafür gibt es nach ausgiebiger Aktivierung Pass- und Abschlussformen.
Wollitz teilt die Teams in Jung gegen Alt ein und ruft: "Wer 20 Tore hat gewinnt." Jede Gruppe habe zunächst einen freien Schuss aufs Tor, danach kommt eine Flanke von der Seite. Pro Durchgang sind so zwei Tore möglich, danach ist das andere Team dran.
Die Spieler sind mit Feuereifer dabei, um jeden Punkt wird erbittert gekämpft, auch mit fiesen Tricks gespielt. Als Youngster Dmytro Bogdanov (19) das 20:15 erzielt und Team "Jung" gewinnt, ist der Jubel groß.
Keine lange Freizeit nach Braunschweig, Pele Wollitz will keine Maßnahmen mehr "ausschließen"
Auf der anschließenden Pressekonferenz erklärt Wollitz weitere Maßnahmen: Nach Braunschweig ist Länderspielpause, doch "drei, vier freie Tage" am Stück werde es nicht geben.
Auch die Begünstigung, dass viele Spieler nach Auswärtspartien zu ihren in Deutschland verstreuten Familien reisen dürfen, steht auf der Kippe.
"Zugeständnisse mache ich gerne. Aber alles als selbstverständlich anzusehen, möchte ich nicht. Ich möchte, dass wir uns bewusst machen, dass wir uns das hart erarbeiten müssen", erläutert Wollitz.
TAG24 fragt, ob Wollitz im Worst Case auch mit seiner Haltung brechen würde, Spieler vor der Halbzeit auszuwechseln. Der entgegnet: "Grundsätzlich habe ich nach wie vor so eine Einstellung, bis zur Halbzeit zu warten. Aber ich kann jetzt nichts mehr ausschließen. Es geht hier um die 2. Bundesliga. Es geht hier um einen Standort."
Nach den vergangenen Tagen ist klar: Um die "historische Chance" 2. Liga zu wahren, wird künftig ein anderer Wind wehen.
Titelfoto: TAG24/Lukas Schulze

