Er musste eine Nacht ins Krankenhaus: Energie-Profi spricht über "dramatische" Stunden
Cottbus - 90 Minuten ackerte Cottbus-Profi Moritz Hannemann am Freitagabend über den Platz, schrubbte beim 1:2 (0:1) gegen Bochum fast elf Kilometer. Kaum zu glauben: Vor gut einer Woche lag der 28-Jährige noch im Krankenhaus.
"Das war sehr dramatisch", hatte sein Trainer Pele Wollitz (61) vor Bochum kommentiert. Nach einem im Training erlittenen Pferdekuss wurde Hannemann stationär vorstellig.
Was steckt dahinter? Wie der Offensivspieler nach Bochum in der Mixed-Zone verriet, wurde ein medizinischer Notfall vermutet, den der Vorzeige-Athlet schon einmal in seiner Karriere erlitten hatte.
2022 wurde bei ihm das Kompartmentsyndrom diagnostiziert. Ein solches entsteht, wenn der Druck in einem Kompartiment, also einer Muskel- oder Faszienloge, derart ansteigt, dass Gefäße und Nerven abgeklemmt werden. Eine ungenügende Durchblutung ist die Folge.
Hannemann, der seinerzeit die Schuhe für den SSV Ulm schnürte, musste notoperiert werden, fehlte monatelang.
Moritz Hannemann ist selbst angehender Arzt - und gibt gegen den VfL Bochum wieder Vollgas
In diesem Wissen ging Hannemann auf Nummer sicher, suchte ein Krankenhaus auf: "Es ist halt eingelaufen und ist dann so eine Vorsichtsmaßnahme, weil ich schon einmal eine größere Geschichte hatte, die aus so was resultiert ist."
Kurios: Hannemann ist selbst angehender Arzt, nahm die Zeichen sehr ernst. Eine Nacht wurde die problematische Stelle minutiös kontrolliert, ehe Entwarnung gegeben werden konnte.
"Der Oberschenkel ist schnell abgeschwollen", so der 28-Jährige erleichtert. In Heidenheim (1:1) hatte Hannemann trotzdem gänzlich gefehlt.
Gegen Bochum war der lauffreudige Offensivspieler wieder voll in seinem Element, arbeitete gut gegen den Ball und hatte einen Appell an seine Teamkollegen parat:
"Wir müssen einfach weitermachen, hilft nichts. […] Wir müssen uns einfach entwickeln, noch mehr draufpacken. Wenn wir 1:0 führen - noch mal einen draufsetzen."
Titelfoto: Bildmontage: Frank Hammerschmidt/dpa; IMAGO / Fotostand

