"... dann wirst du durchgereicht" - Wollitz schlägt nach Testspiel-Schlappe Alarm!
Oberndorf in Tirol (Österreich) - Pele Wollitz (60) hadert, Energie Cottbus handelt! Spätestens nach der Testspiel-Schlappe gegen Mlada Boleslav (2:4) hält der Trainer mit seiner Unzufriedenheit nicht mehr hinterm Berg.
Stimmten bisher die Ergebnisse, sind die Leistungen seit Wochen bieder. Das Selbstverständnis der Aufstiegssaison ist weg, die Intensität fehlt im Spiel und Training. In der Form droht das Trainingslager tatsächlich zum sportlichen Reinfall zu werden.
Gegen aus Wollitz-Sicht mäßige Tschechen fängt sich Energie vier vermeidbare Kirschen, weil selbst Ankerspieler wie King Manu (22) und Lukas Michelbrink (21) wackeln. Hinzu kommt, dass geplante Leistungsträger wie Axel Borgmann (32), Tolcay Cigerci (31) oder Sturm-Hoffnung Lucas Copado (22) an allen Ecken und Enden vermisst werden.
In ihrer Not lassen sich die Lausitzer auf den Brisanz-Test gegen RB Salzburg ein.
Der Preis ist hoch: Cottbus muss in dem Härtetest ohne Zuschauer spielen. Am Mittwochnachmittag hatten etwa 200 Lausitzer Schlachtenbummler ihr Team bis nach Österreich begleitet, sogar in der Pause Pyro gezündet.
Energie stellt mit dieser Vereinbarung die sportliche Dringlichkeit an oberste Stelle, nach der bisherigen Vorbereitung ist klar: So wird es in der 2. Liga nicht reichen.
Energie Cottbus diskutiert seit Tagen Maßnahmen und Lösungen
Die Maßnahme soll am Dienstag in die Wege geleitet worden sein, als Energie ausgiebig die brenzliche Situation erörterte. Auch am Mittwochabend dürften bis tief in die Nacht die Köpfe geraucht haben.
Noch auf dem Platz diskutiert Wollitz minutenlang emotional mit Assistant Tobias Röder (28) und Kaderplaner Maniyel Nergiz (43). Es fallen Worte wie "Freizeitfußball".
Im anschließenden Interview antwortet Energies Trainer sachlich, aber nicht weniger kritisch: "Wir möchten natürlich eine Mannschaft haben, die am ersten Spieltag Hannover Paroli bieten kann. Und das sehe ich im Moment nicht nach der Vorbereitung."
Wollitz schlägt Alarm!
Pele Wollitz nennt SSV Ulm als Warnbeispiel
Als Warnbeispiel nennt der Fußballlehrer den SSV Ulm, der zwei Jahre nach dem phänomenalen Zweitliga-Aufstieg wieder in die Regionalliga abstürzte.
"Wenn dann gewisse Rhythmen oder gewisse Abläufe nicht stimmen, dann wirst du durchgereicht. Das ist einfach so. Und das habe ich letztes Jahr gesagt, ich möchte uns davor bewahren. Und deswegen ist es wichtig, jetzt die Sinne zu schärfen und jetzt die Lösungen zu finden, die dazu beitragen können, um erfolgreich zu sein."
Bis zu fünf Neue sollen noch kommen, drei davon als Stammspieler. Eine Verstärkung soll kurz vor dem Abschluss stehen. Aus Wollitz' Sicht ist es höchste Eisenbahn.
Titelfoto: Bildmontage: TAG24/Lukas Schulze; IMAGO / Fotostand

