Klare Kante: Wollitz will bei Rassismus auch in Pflichtspielen vom Platz gehen
Oberndorf in Tirol (Österreich) - Der Rassismus-Skandal gegen Halle ist aufgearbeitet, der Fokus soll auf dem Sportlichen liegen. Dennoch will sich Energie-Trainer Pele Wollitz (60) wieder positionieren, sollte es erneut zu solchen Vorfallen kommen.
Im Gespräch mit TAG24 im Österreich-Trainingslager kündigt der erfahrene Trainer an: "Wir können nicht nur darüber reden, sondern sollten auch handeln."
Das Team sendete Schiedsrichter und Veranstaltungsleiter das Signal, die Partie nicht fortsetzen zu wollen. Energie ist erneut das Opfer von rassistischen Beleidigungen, dies war schon im November 2025 der Fall, als es Justin Butler (25) im Auswärtsspiel bei 1860 München traf.
Der Spielabbruch - eine bewusste Aktion. Wollitz: "Ich bin froh, dass unsere Mannschaft so reagiert hat."
Für den 60-Jährigen ist es eine Frage der Haltung, unabhängig, aus welchem Fanlager die Äußerungen kommen:
"Ich hoffe nicht, dass das unsere Zuschauer machen, aber dann gehen wir auch rein. Das wäre ja scheinheilig, wenn wir das nur bei unseren Spielern machen würden. Wenn wir da die Ersten sind, die das im Profifußball machen, dann sind wir die Ersten - mit allen Konsequenzen, die dazu gehören."
Pele Wollitz sieht Auslöser während des Spiels - inzwischen sei das Thema abgehakt
Teamintern sei das Thema für den Moment abgehakt, die Haltung der Mannschaft sei klar. Alle teilten auf Instagram das Statement "Gemeinsam gegen Rassismus."
"Schon nach dem Spiel habe ich mit King gesprochen, der hat das relativ ganz gut weggesteckt", gibt Wollitz Einblick in das Seelenleben des lebensfrohen Verteidigers.
Aus Sicht des Trainers habe sich die Entgleisung über den Nachmittag hinweg angebahnt:
"Das ganze Spiel war einfach viel zu emotional, viel zu aggressiv. Das war dann leider der Auslöser. Ich glaube, derjenige, der das gemacht hat, der bereut das heute auch. Dennoch sollte man sich vorher überlegen, was das für Konsequenzen hat."
Titelfoto: Norbert Neumann

