Jetzt legt Lemke los! FCE-Präsident spricht nach Aufstieg über Ziele, Zugänge, Co-Trainer
Cottbus - "Wir haben keinen Bammel vor der 2. Liga", kündigte Sebastian Lemke (42) im TAG24-Interview an. Im zweiten Teil des Gesprächs gibt Energies Präsident Einblicke in die Zielstellung und Kaderplanung und verrät, warum ein weiterer Co-Trainer unabdingbar ist.
TAG24: Sebastian Lemke, nach dem Aufstieg ist vor der 2. Liga. Was steht dieser Tage alles auf dem Plan?
Sebastian Lemke: Wir sind intensiv damit beschäftigt, die Strukturen aufzubauen. Die Geschäftsstelle, Mitarbeiter und den sportlichen Bereich. Und auch am Stadion muss bekanntlich einiges getan werden.
TAG24: Kann die Zielstellung für die erste Saison in der 2. Bundesliga seit 2014 nur Klassenerhalt lauten?
Lemke: Wir sollten bei aller Aufstiegs-Euphorie der Situation demütig begegnen. Die 2. Liga ist ein Geschenk und bedeutet mindestens zwei weitere Jahre Profifußball in der Lausitz. Natürlich ist für uns das Ziel, dass wir drei Mannschaften hinter uns lassen, damit die 2. Liga halten und den Verein weiter nachhaltig zu etablieren. Das wird aber enorm schwer.
Gleichzeitig wollen wir bei unserem WIR bleiben, mutig, offensiven und teils spektakulären Fußball spielen. Spaß haben und einfach Spiele gewinnen.
TAG24: Ihr Kaderplaner Maniyel Nergiz hat angekündigt, auch eine Liga höher nicht von der Spielphilosophie abweichen zu wollen. Inwieweit ist das angesichts Ergebnisdrucks wirklich realistisch?
Lemke: Das sieht natürlich nicht nur Maniyel so, sondern auch das Trainerteam um Pele [Wollitz/Cheftrainer; Anm. d. Red.]. Man sollte die DNA des Vereins und der Mannschaft nicht ändern, wir sollten uns den Mut beibehalten. Wir werden mit dem Fußball auch vielleicht mal 0:5 verlieren, das muss uns auch allen klar sein. Aber lieber spielen wir 5:5 als ein langweiliges 1:1 zu erleben. Diese Art des Fußballs hat die Menschen schon in Peles erster Amtszeit begeistert.
DFL schreibt neben einem Fußballlehrer einen weiteren Trainer mit A-Lizenz vor
TAG24: Uns erreichte die Nachricht, dass Energie intensiv nach einem weiteren Co-Trainer sucht. Ist das richtig?
Lemke: Das ist korrekt und sogar Lizenzbestimmung der DFL. Tobi Röder besitzt aktuell leider noch nicht den entsprechenden Schein. Wir benötigen definitiv einen Co-Trainer mit A-Lizenz.
TAG24: Lassen Sie uns auf den Kader blicken. Wie viele Spieler hat Energie Stand Mittwochabend für die 2. Liga unter Vertrag und wie groß soll das Aufgebot werden?
Lemke: Auf eine konkrete Zahl wollen wir uns nicht festlegen, die Vorgänge laufen. Wir wollen einen Kader zusammenstellen, von dem wir alle überzeugt sind, unseren Fußball spielen zu können und unsere Ziele zu erreichen. Das alles unter unserem wirtschaftlichen Credo, "wir bezahlen, was wir bestellen".
TAG24: Ab der 2. Liga greift die Local-Player-Regelung, wie viel Kopfzerbrechen bereitet euch dieses Thema?
Lemke: Es ist auf jeden Fall eine große Herausforderung, die wir auf dem Schirm haben. Wir beschäftigen uns damit.
King Manu soll gehalten werden, Lucas Copado könnte zurückkehren
TAG24: Bei King Manu hat sich durch Düsseldorfs Abstieg die Vertragssituation geändert. Will und kann ihn Energie binden?
Lemke: King hat sich sicher auch in den Fokus vieler Vereine gespielt. Wir wollen ihn als Aufstiegshelden halten.
TAG24: Als potenzieller Neuzugang wird immer wieder Lucas Copado (22) genannt ...
Lemke: Alle wissen, dass er bei uns größte Wertschätzung genießt. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Lucas war uns bei einigen Spielen diese Saison auch besuchen. Vielleicht ergibt sich etwas.
TAG24: Durch den Aufstieg mit Paderborn soll er jetzt einen Erstliga-Vertrag besitzen. Sprechen wir hier von einer Leihe oder ist auch ein Kauf denkbar?
Lemke: Denkbar ist vieles.
Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

