Keine Leistung, keine Privilegien: Cottbus-Coach Wollitz greift durch
Cottbus - Nach fünf sieglosen Spielen in Folge greift Cottbus-Coach Pele Wollitz (61) durch - und will die Privilegien seiner Spieler einschränken.
"Ich habe nicht diese Einstellung, irgendjemandem etwas wegzunehmen. Nur in unserer Verantwortung immer alles als selbstverständlich anzusehen, das möchte ich nicht mehr. Ich möchte nicht, dass es selbstverständlich ist, dass man drei Tage freikriegt", stellt Wollitz vor dem richtungsweisenden Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig (Freitag, 18.30 Uhr) klar.
Wollitz räumt seinen Spielern seit jeher viele Freiheiten ein, damit könnte nun Schluss sein. Zum Beispiel dürfen viele auswärtige Spieler nach Gastspielen zu ihren Familien reisen, müssen bei der Nachbereitung am Folgetag nicht in Cottbus vor Ort sein.
Auch mit dem Zugeständnis könnte jetzt Schluss sein!
"Ich möchte nicht, dass es selbstverständlich ist, wenn die Spieler auswärts von da aus einfach nach Hause fahren können", so Wollitz, der an "Selbstverantwortung, Eigenmotivation, Selbstreflexion" seiner Spieler appelliert.
Das Credo: "Ich möchte, dass wir uns bewusst machen, dass wir uns das härter erarbeiten sollten als vielleicht andere Vereine."
Pele Wollitz ist unzufrieden mit den Wechselspielern
Zudem zeigte sich der Trainer mit der Wirkung der Wechselspieler zuletzt höchst unzufrieden: "Man kann sich ja nicht nach fünf Spielen hier hinstellen und sagen, wir haben die beste Wechselbank und jetzt haben wir die schlechteste - und da wird nicht drüber gesprochen", legt Wollitz den Finger in die Wunde.
Christian Kinsombi (27), Jannis Boziaris (23) und Dmytro Bogdanov (19) wolle er von der Kritik zwar aussparen.
Doch die Zeit der Kompromisse sei vorbei. Auf TAG24-Nachfrage will der erfahrene Trainer "nicht mehr ausschließen", bei Bedarf vor der Halbzeit Spieler auszuwechseln.
"Grundsätzlich habe ich nach wie vor so eine Einstellung, bis zur Halbzeit zu warten. Aber es geht hier um die 2. Bundesliga. Es geht hier um einen Standort."
Titelfoto: Imago / Jan Huebner

