Wollitz gräbt die Fünferkette aus und verordnet Cottbus neue Defensiv-Devise

Cottbus - Verkehrte Welt in Cottbus! Energie stellt die zweitstärkste Defensive der Rückrunde, lässt als erst drittes Team der 3. Liga kein Gegentor gegen Verl zu. Doch geht die Taktik-Anpassung zulasten der Offensive?

Pele Wollitz (60) hat seinem Team eine neue Defensiv-Devise verschrieben.
Pele Wollitz (60) hat seinem Team eine neue Defensiv-Devise verschrieben.  © Julius Frick/dpa

Diese Diskussion entbrannte im Fanlager unmittelbar nach der ungekannten Nullnummer im heimischen Stadion am Samstagabend.

Mehr denn noch: Im Spiel gegen den Ball setzte Pele Wollitz (60) auf eine defensive Fünferkette - ein Novum unter dem Offensiv-Fanatiker.

Energie ist unter Wollitz seit jeher für seine Angriffslust bekannt, gegen Verl konzentrierte sich das Team vornehmlich aufs Verteidigen. Erst im zweiten Durchgang löste das Team zu Teilen die Fesseln, agierte offensiv zielstrebiger und mutiger.

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Ein Tor fiel nicht. Zahlt Energie offensiv den Preis der neuen Defensiv-Devise?

Fakt ist: Cottbus ist 2026 ungeschlagen, hat nur fünf Tore kassiert. Gerade in den direkten Duellen wie eben gegen Verl kann dank der guten Ausgangslage ein kontrolliertes Spiel manchmal mehr wert sein als offensives Risiko.

Auch die Ergebnisse der Rückrunde reihen sich ein: Viermal spielte Cottbus Remis, zweimal gewann Energie mit einem Tor Unterschied. Nur gegen Hoffenheim II fiel zum Vereinsgeburtstag in der Schlussphase das 3:1.

Energie Cottbus braucht am Dienstag gegen VfB Stuttgart II "Frische", "Mut" und den "Punch"

Selbst Ausnahmekönner Tolcay Cigerci (31, l.) wartet 2026 auf seinen ersten Treffer.
Selbst Ausnahmekönner Tolcay Cigerci (31, l.) wartet 2026 auf seinen ersten Treffer.  © Julius Frick/dpa

Entsprechend stellte Wollitz nach dem 0:0 gegen Verl fest: "Ich bin dann zufrieden, wenn wir gewinnen."

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz ließ der Energie-Trainer außerdem durchblicken, dass seinen Spielern "ein bisschen der Mut" fehle und dem ein oder anderen Offensiven "der Punch". Ist die fehlende offensive Leichtigkeit also Ursache für die Taktik-Änderung oder Folge dessen?

Auf jeden Fall sind viele Offensivkräfte derzeit nicht in bester Form. Zum Beispiel Timmy Thiele (34), der auch am Dienstagabend nicht zum Kader gehören wird, gehen "Frische" und "Selbstverständnis" ab.

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Wollitz erklärt: "Wenn ich nur für mich entscheiden müsste, würde ich noch mehr Fußball auf die Platte bringen. [...] Allerdings könnte das bei der Ausgeglichenheit [der Liga, Anm. d. Red.] fatale Folgen haben."

Dass Wollitz in Großaspach gegen die U23 des VfB Stuttgart (Anstoß: 19 Uhr) erneut mit einer Fünferkette beginnt, ist dennoch nicht zu erwarten.

Titelfoto: Julius Frick/dpa

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