Auch er leidet an Epilepsie: Deutscher Olympiasieger macht Musiala Mut

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München - Seit Jamal Musiala (23) zweimal auf dem Platz zusammengebrochen ist und seine Diagnose veröffentlicht hat, überschlagen sich die Wortmeldungen zum Gesundheitszustand und einem möglichen Karriereknick oder gar -ende des Bayern-Profis. Einer macht dem Nationalspieler jedoch Mut: Skisprung-Olympiasieger Severin Freund (38), der selbst an Epilepsie erkrankt ist.

Nach zwei Zusammenbrüchen auf dem Platz innerhalb weniger Tage machte Jamal Musiala (23, 2. v. l.) öffentlich, dass er an Absencen leidet, die medizinisch als Form von Epilepsie eingestuft werden.
Nach zwei Zusammenbrüchen auf dem Platz innerhalb weniger Tage machte Jamal Musiala (23, 2. v. l.) öffentlich, dass er an Absencen leidet, die medizinisch als Form von Epilepsie eingestuft werden.  © Harry Langer/DeFodi/dpa/dpa

Es gebe einige Dinge, die man als Leistungssportler mit Epilepsie beachten müsse, wie etwa genug Schlaf oder die regelmäßige Einnahme seiner Medikamente, erklärte Freund im ZDF.

Dennoch ist er selbst ein hervorragendes Beispiel, dass sich Leistungssport und Epilepsie nicht gegenseitig ausschließen müssen: "Ich glaube, dass auch im Fußball grundsätzlich sehr viel möglich ist. Und selbst wenn eine Medikation gerade nicht optimal funktioniert, gibt es viele Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren."

Seine eigene Erkrankung hatte Freund im Herbst 2024, rund zweieinhalb Jahre nach seinem Karriereende, öffentlich gemacht.

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FC Bayern München Nach Zusammenbrüchen verkündet Musiala seine Diagnose: Was genau sind "Absencen"?

Bei dem Gesamtweltcupsieger von 2015 wurde eine schlafgebundene, fokale Epilepsie diagnostiziert, die sich in großen Anfällen im Schlaf äußert. Musiala hingegen erlebt sogenannte Absencen, kurze Bewusstseinsaussetzer, die mehrfach täglich passieren können.

Severin Freund über Epilepsie: "Du kannst es nicht kontrollieren"

Severin Freund (38), einer der erfolgreichsten deutschen Skispringer aller Zeiten, wurde seine gesamte Karriere über von Epilepsie begleitet.
Severin Freund (38), einer der erfolgreichsten deutschen Skispringer aller Zeiten, wurde seine gesamte Karriere über von Epilepsie begleitet.  © Daniel Karmann/dpa

Während seiner aktiven Zeit war der heutige TV-Experte noch nicht bereit, seine Diagnose mit der Öffentlichkeit zu teilen, der Sport sollte im Vordergrund stehen, hatte der 38-Jährige damals gesagt.

Dass Musiala einen anderen Umgang mit seiner Erkrankung gefunden hat, sieht Freund aber positiv: "Ich finde es sehr gut, dass sowohl er als auch der Verein das proaktiv kommunizieren. Man versucht offenbar, für ihn das Bestmögliche zu finden - als Sportler und als Mensch, mit Medizinern, Verein und seinem ganzen Team."

Da er seinen ersten Anfall bereits mit 16 Jahren hatte, begleitete die Epilepsie den dreimaligen Weltmeister seine gesamte Profi-Karriere über.

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"Irgendwann kommt der Moment, wo man merkt: Es gehört einfach zu mir. Dann ist es genauso dabei wie andere Dinge auch - und auch im Wettkampf", berichtete Freund.

Er selbst habe sich durch seine spezifische Art der Epilepsie glücklicherweise nie Gedanken darum machen müssen, dass es im Wettkampf passiere: "Aber natürlich hoffst du trotzdem: Jetzt wäre es echt doof, wenn etwas wäre, weil nächste Woche wieder etwas Wichtiges ansteht. Du kannst es aber nicht kontrollieren."

Titelfoto: Bildmontage: Harry Langer/DeFodi/dpa/dpa, Daniel Karmann/dpa

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