Aufreger-Szene in Madrid: Wurde der FC Bayern um einen Elfmeter betrogen?
Madrid - Der FC Bayern hat am Dienstagabend zum ersten Mal seit 14 Jahren gegen Real Madrid gewonnen und sich mit einem 2:1-Sieg im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals einen Riesenvorteil für das Rückspiel in der Münchner Allianz Arena erspielt. Eine Szene in der Nachspielzeit sorgte aber für Diskussionen.
In der 4. Minute der Nachspielzeit wollte Michael Olise den Ball im gegnerischen Strafraum mit der Brust annehmen, als er von hinten von Álvaro Carreras geschubst und am rechten Bein getroffen wurde. Der Franzose ging daraufhin zu Boden.
Während Olise auf dem Rasen sitzend schimpfte, reklamierte Bayern-Coach Vincent Kompany an der Seitenlinie – doch die Pfeife von Schiedsrichter Michael Oliver blieb stumm.
"Er lässt sich ja nicht fallen, er kommt am Fünfereck frei zum Schuss. Das ist fast ein klares Tor, da machst du alles, um stehenzubleiben", sagte TV-Experte Christoph Kramer nach der Partie am "Prime Video"-Mikro:
"Ich hätte es gepfiffen, verstehe aber auch den Schiedsrichter, dass er es nicht pfeift."
Ex-Schiri Lutz Wagner war der Meinung, dass sich Real Madrid über einen Strafstoß nicht hätte beschweren können, fügte aber hinzu, dass die Entscheidung zu Olivers Linie gepasst habe.
"Er hat sehr großzügig, sehr gut gepfiffen und einiges laufen lassen, auch im Oberkörperbereich. Er war berechenbar für die Spieler, da hat die letzte Szene reingepasst und er lag im Gesamtbild richtig", kommentierte Wagner die Szene.
Elfmeter? Carreras bringt Olise im Strafraum zu Fall
FC Bayern kann mit Schiedsrichter-Entscheidung gegen Real Madrid leben: "Spiel sehr gut geleitet"
Bayern-Sportvorstand sah das ähnlich und sagte, dass die Münchner mit dem Nicht-Pfiff leben könnten. Man hätte vielleicht einen Elfmeter bekommen können, "aber ich finde, der Schiedsrichter hat es in Summe über das ganze Spiel wirklich sehr gut gemacht und das Spiel sehr gut geleitet."
Carreras erlebte einen Abend zum Vergessen. Beim ersten Bayern-Treffer durch Luis Diaz hob er das Abseits auf und das 2:0 durch Harry Kane leitete er mit einem Ballverlust ein. Olise zog immer wieder an dem 23-jährigen Außenverteidiger vorbei.
Titelfoto: Peter Kneffel/dpa
