Kimmich bricht Schweigen! DFB-Star beim Thema Corona den Tränen nahe

München - Seit Jahren zählt Joshua Kimmich (29) zum unangefochtenen Stammpersonal des FC Bayern München, gehört bei der deutschen Nationalmannschaft zur festen Größe. In einer neuen Doku spricht der 29-Jährige über seine Karriere als Fußballer - und gibt sehr private Einblicke in sein Leben.

In der ZDF-Doku spricht Joshua Kimmich (29) über sein Verhältnis zum FC Bayern München.
In der ZDF-Doku spricht Joshua Kimmich (29) über sein Verhältnis zum FC Bayern München.  © Federico Gambarini/dpa

Ab sofort kann man sich die Dokumentation "sportstudio reportage: Joshua Kimmich – Anführer und Antreiber" in der ZDF-Mediathek anschauen.

Filmautor Jan Mendelin begleitete den Ausnahmefußballer über mehrere Jahre mit der Kamera, schilderte den Weg des gebürtigen Schwaben von seiner Jugend, über die Europameisterschaft 2020, die coronabedingt ein Jahr später stattfand, bis zur Vorbereitung auf das diesjährige Heim-Turnier.

Neben dem sportlichen Werdegang wird in dem Film auch das Privatleben des DFB-Stars unter die Lupe genommen - auch zu Zeiten der Corona-Krise.

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Im Dezember 2021, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, befindet sich Kimmich, damals noch ungeimpft, in Quarantäne.

Der Kicker äußert sich in einer Videoschalte zur Impfedebatte um seine Person und wirkt gebeutelt: "Am Ende sind wir dahin gekommen, dass es heißt: Es ist die Pandemie der Ungeimpften. Und derjenige, der für die Ungeimpften steht, ist Joshua Kimmich. Also ist auch er für die Pandemie verantwortlich."

"Wo ich mich frage: Ist das meine Aufgabe als Profisportler, Menschen vom Impfen zu überzeugen. Das ist doch die Aufgabe der Politik, der Wissenschaftler, der Experten. Aber doch nicht meine Aufgabe", so der Nationalspieler weiter.

"Anführer und Antreiber": Joshua Kimmich über sein Verhältnis zum FC Bayern München

Eine Karriere als Fußballer hat Höhen und Tiefen, weiß auch der 29-Jährige.
Eine Karriere als Fußballer hat Höhen und Tiefen, weiß auch der 29-Jährige.  © David Inderlied/dpa

Kimmich lässt das Thema nicht los, er fährt fort: "Das war echt eine brutale Zeit. Wenn du selbst Freunde hast, die einem... ja…"

Die Geschehnisse scheinen ihn mitgenommen zu haben. Mit stockender Stimme und den Tränen nahe, führt der FCB-Star weiter aus: "...die einem sagen, dass, wenn man sich hätte impfen lassen, wären weniger... Menschen gestorben." Im Anschluss muss sich Kimmich sammeln, ist nicht mehr vor der Kamera zu sehen.

In dieser schweren Zeit sei auch ein Stück weit die Beziehung zum FC Bayern zerbrochen: "Ich habe mich zu lange alleingelassen gefühlt. Ich bin jetzt fast sieben Jahre im Verein, und es gab noch nicht so viele Skandale um meine Person. Da war die erste Talfahrt, da habe ich gemerkt, wie der Verein reagiert hat und bin dementsprechend enttäuscht und auch getroffen."

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Damals habe Kimmich seinen Vertrag mit dem Rekordmeister verlängert, um in den nächsten vier Jahren zweimal die UEFA Champions League zu gewinnen. "Das will ich auch immer noch. Aber trotzdem ist dieses Vertrauensgefühl, was ich davor dem Verein gegenüber hatte, natürlich kaputtgegangen. Ich weiß nie, was an die Öffentlichkeit kommt, wenn ich mit dem einen oder anderen spreche. Ist auch nicht so, dass das Vertrauen über ein, zwei Gespräche wieder aufgebaut werden kann."

Am kommenden Samstag um 23.45 Uhr wird die Doku im ZDF zu sehen sein.

Titelfoto: David Inderlied/dpa

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