Aue nach Havelse-Pleite in der Krise: Fans stellen Spieler auf dem Platz zur Rede

Hannover/Aue - Um Himmels Willen Erzgebirge Aue! Die Härtel-Elf lässt am Freitagabend beim TSV Havelse drei wichtige Zähler liegen, weil man es nicht verstand nach der Pausenführung die Möglichkeiten zum 2:0 zu nutzen und stattdessen in Lethargie verfiel und dem Aufsteiger die Chancen gab, das Spiel zu drehen. Die nahmen die "Schlawiner", so der Spitzname des Tabellenvorletzten, an und fügten den Veilchen ein bitteres 1:3 (1:0) bei.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte lochte Jonah Fabisch (nicht im Bild) ein - 1:0 für Aue.  © Picture Point/Gabor Krieg

Cheftrainer Jens Härtel zog alle Register. Martin Männel kehrte ins Tor zurück und vorne ließ er erstmals mit zwei Stürmern spielen, indem er Neuzugang Vincent Ocansey neben Marcel Bär beorderte.

Die Leihgabe von Arminia Bielefeld war sehr präsent, ließ sich immer wieder auch nach hinten fallen, machte Bälle fest und war im Angriff an den entscheidenden Aktionen der ersten Halbzeit beteiligt.

Mika Clausen, der in der Frühphase umgeknickt war und zur Pause verletzungsbedingt rausmusste, mit dem Ballgewinn in der eigenen Hälfte und im Zusammenspiel mit Fabisch fuhr er den Tempogegenstoß.

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Sie verlagerten nach links zum bisher unauffälligen Marvin Stefaniak, der von Jamilu Collins gut hinterlaufen wurde, sodass der dann die Eingabe bringen konnte. Zentral war Ocansey (38.) gestartet, der allerdings den Tick zu früh war und Collins' Ball statt in den Lauf an die linke Hacke bekam.

Kurz vor der Pause setzten die Veilchen an der Eckfahne energisch nach und holten sich die Ecke. Die brachte Stefaniak nach innen, wo Ocansey die Defensive band und so dafür sorgte, dass der Ball zu Clausen durchkam. Fabisch (45.+.1) ging in Abnahme hinein und überwand Tom Opitz - 1:0.

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Erzgebirge Aue vergeigt Pausenführung

Aue-Spieler Marcel Bär (r.) und Noah Plume im Zweikampf. Die Veilchen konnten ihre Führung nicht ausbauen - im Gegenteil.  © Picture Point/Gabor Krieg

Die so wichtige Führung in einem so wichtigen Spiel! Mit etwas Glück gelingt direkt nach der Pause der nächste Punch, als Opitz aus seinem Tor geeilt war, aber nicht entscheidend klärte. Bär (49.) bekam jedoch keine Chance ins verwaiste Tor zu schießen.

Luan Simnica (53.), der den angeschlagenen Clausen ersetzte, hatte die nächste dicke Gelegenheit und traf links daneben.Bei den schwierigen Bodenverhältnissen wäre das zweite Tor Balsam fürs Auer Nervenkostüm gewesen.

Wie emotional alle im Veilchen-Lager mitgingen, zeigte sich auch auf der Trainerbank, wo Sportchef Michael Tarnat nach einem vermeintlichen Fabisch-Foul kurz mit Havelse-Coach Samir Ferchichi das "Ferngespräch" zwischen den Coaching-Zonen suchte und von Referee Cengiz Kabalakli Gelb sah.

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Etwas von der Energie der Verantwortlichen an der Seitenlinie hätte Aue auch auf dem Feld weiter gut zu Gesicht gestanden. Man verfiel in Passivität und ließ die Hausherren gewähren. Die sagten Danke und glichen über Nassim Boujellab (74.) im Gewühl aus.

Bitter! Aue muss sich mit 1:3 geschlagen geben

Was für ein bitterer Abend für Aue-Coach Jens Härtel!  © Picture Point/Gabor Krieg

Wie konnte Lila-Weiß einen an und für sich komplett biederen Gegner nur so zurück in die Partrie kommen lassen?

Da tat einem Härtel schon leid, erst recht bei solchen handwerklichen Fehlern, wie von Simnica, der erst im Vorwärtsgang den Ball verlor, dann hinten im Strafraum nicht richtig klärte und Havelse die Führung durch Lorenzo Paldino (81.) auf dem Silbertablett servierte.

Robin Müller (90.+6.) konterte komplett aufgerückte Gäste aus. Die Erkenntnis vom Freitagabend: Mit solch einer zweiten Halbzeit hältst du nicht die Klasse!

Die Spieler wurden danach von ihren aufgebrachten Fans auf dem Platz zur Rede gestellt.

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Aufgebrachte Fans stellen Spieler auf dem Platz zur Rede:

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 MSV Duisburg 21 38:22 40
2 FC Energie Cottbus 21 45:35 40
3 SC Verl 21 50:30 38
4 FC Hansa Rostock 21 37:20 38
5 Rot-Weiss Essen 21 41:32 38
6 VfL Osnabrück 21 30:22 36
7 SV Wehen Wiesbaden 21 28:24 34
8 TSV 1860 München 21 31:31 32
9 TSG 1899 Hoffenheim II 21 42:34 31
10 Viktoria Köln 21 30:27 30
11 VfB Stuttgart II 21 27:32 29
12 SV Waldhof Mannheim 21 34:40 29
13 FC Ingolstadt 04 21 37:31 28
14 SSV Jahn Regensburg 21 28:34 24
15 Alemannia Aachen 21 31:39 24
16 1. FC Saarbrücken 21 30:34 23
17 FC Erzgebirge Aue 22 25:36 22
18 TSV Havelse 22 33:45 19
19 SSV Ulm 1846 21 29:45 19
20 1. FC Schweinfurt 05 21 19:52 9

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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