Endet es für Aue-Coach Härtel dort, wo es begann?
Aue-Bad Schlema - Vor etwas mehr als einem Jahr begann die Reise an der Seitenlinie für Jens Härtel (56) mit einem Auswärtsspiel im Eilenriedestadion. Das 1:2 bei Hannover II. war sein erstes Pflichtspiel als Cheftrainer von Erzgebirge Aue.
Am Freitag kehrt er dorthin zurück, weil der TSV Havelse seine Heimspiele in Hannover bestreitet. Wo der gemeinsame Weg mit den Veilchen begann, könnte er enden - sofern es wie gegen Ulm eine herbe Pleite hagelt.
Sportchef Michael Tarnat (56) hatte nach dem ernüchternden Auftritt gegen die Spatzen TAG24 gesagt, dass er dem Spiel in Havelse "entscheidende Bedeutung beimisst".
Seitens Präsident Thomas Schlesinger hieß es vor dem Rückrundenstart, die Auftaktpartien gegen Rostock (1:2), Ulm (0:3) und Havelse seien Schlüsselspiele.
Was eine erneute Niederlage in einem Sechs-Punkte-Spiel für Härtels Zukunft im Lößnitztal bedeutet, ist zwar nicht in Stein gemeißelt, aber viele Argumente hat der 56-Jährige dann nicht mehr.
Aue muss ins Machen kommen und Punkte einfahren. Wenn nicht gegen die direkte Konkurrenz, gegen wen dann?
Härtel verwaltet permanenten Mangel
Das zur grauen Theorie. Was allerdings damals am 17. Januar 2025 gegen Hannover II. wie heute gilt, ist: Dass Härtel einen permanenten Mangel verwaltet. Nie stand ihm die volle Gänze des Kaders zur Verfügung und immer fehlten Schlüsselspieler.
Auch in der für ihn eventuell entscheidenden Partie scheiden der gesperrte Ryan Malone (33) und der verletzte Erik Majetschak (25) aus. Julian Guttau (26) ist noch kein Kandidat für die Startelf und damit auch nicht für die Zehner-Position, die durch den Ausfall von Julian Günther-Schmidt (31) sowie die Freigabe für den wechselwilligen Boris Tashchy (32) verwaist ist. Hier müsste entweder Mika Clausen (23) einspringen, oder aber Marvin Stefaniak (30) rückt von der linken Außenbahn ins zentrale offensive Mittelfeld.
Den Personalproblemen zum Trotz erwartet Härtel, dass seine Mannschaft am Freitagabend ein völlig anderes Gesicht zeigt als zuletzt gegen Ulm: "Jeder hatte seinen eigenen Plan, wollte es irgendwie retten und tauchte auf Positionen auf, in denen er nichts zu suchen hatte. [...] Das haben wir sehr kritisch angesprochen, dass es nur zusammen geht und nicht jeder versucht sein eigenes Spiel zu machen."
Es wird auch spannend zu sehen sein, wer das Tor hütet. Ob Louis Lord (22) sein erster richtiger Wackler gegen Ulm den Platz zwischen den Pfosten kostet oder Martin Männel (37) weiterhin die Auswechselbank hütet. Der Cheftrainer wollte sich auf Nachfrage noch nicht festlegen.
Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

