Aue will Ausrufezeichen bei Ost-Derby setzen, Polizei rechnet mit explosiver Stimmung

Aue - Das Ost-Derby elektrisiert das Erzgebirge (Stand Freitagmittag: 10.250 verkaufte Karten)! Christoph Dabrowski (47) will am Sonntag (16.30 Uhr) mit seinen Veilchen gegen Energie Cottbus den ersten Sieg im neuen Jahr einfahren und im Abstiegskampf ein Ausrufezeichen setzen.

Ryan Malone (33) fehlte wegen einer Drei-Spiele-Sperre in den vergangenen Partien. Am Sonntag steht er laut Trainer Christoph Dabrowski (47) wieder auf dem Platz.
Ryan Malone (33) fehlte wegen einer Drei-Spiele-Sperre in den vergangenen Partien. Am Sonntag steht er laut Trainer Christoph Dabrowski (47) wieder auf dem Platz.  © picture point/Sven Sonntag

"Wir wollen die Chance ergreifen und mit einem selbstbewussten Gefühl zeigen, dass wir das Heimspiel gewinnen können", sagt der neue Aue-Trainer, der auf Rückkehrer Ryan Malone (33, saß Drei-Spiele-Sperre ab) in der Startelf setzt.

Dabrowski: "Ryan brauchen wir mit seiner Erfahrung, körperlichen Präsenz, Aggressivität und Lautstärke auf dem Platz und werden ihn auch sehen."

Aggressivität auf dem Platz ja, aber auf den Rängen und rund um das Stadion setzen sie darauf, dass alles friedlich zugeht. Die Polizei, das Landratsamt Erzgebirgskreis und der FCE als gastgebender Verein stuften das Ost-Derby im Vorfeld übereinstimmend als Sicherheits-/Risikospiel der Kategorie eins ein.

Fan-Invasion von Energie? Aue will zum Ost-Derby ein Heim-Bollwerk entgegenstellen
FC Erzgebirge Aue Fan-Invasion von Energie? Aue will zum Ost-Derby ein Heim-Bollwerk entgegenstellen

Der Erzgebirgskreis erließ eine Allgemeinverfügung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die am Spieltag selbst von 11 Uhr bis 23 Uhr gilt und zum Beispiel Verbote - konkret unter anderem zum Mitführen von Gegenständen wie Eisenstangen oder Baseballschlägern - regelt.

Begründet wird die Einstufung als Risikospiel auch damit, dass beide Vereine über Anhänger mit nachweislich hohem Gewaltpotenzial verfügen, die traditionell ein rivalisierendes Verhältnis pflegen.

Zwischen den Fans von Erzgebirge Aue und Energie Cottbus kam es in der Vergangenheit schon zu Ausschreitungen. So warfen Cottbus-Chaoten 2024 Pyrotechnik in den Aue-Block. (Archivfoto)
Zwischen den Fans von Erzgebirge Aue und Energie Cottbus kam es in der Vergangenheit schon zu Ausschreitungen. So warfen Cottbus-Chaoten 2024 Pyrotechnik in den Aue-Block. (Archivfoto)  © picture point/Sven Sonntag

Anhänger des Chemnitzer FC bei Ost-Derby erwartet

Auch bei den Auer Fans wird am Sonntag mit einer hochemotionalen und explosiven Stimmung gerechnet.
Auch bei den Auer Fans wird am Sonntag mit einer hochemotionalen und explosiven Stimmung gerechnet.  © Picture Point / Roger Petzsche

In der polizeilichen Gefahrenprognose heißt es, die Risikogruppen unter den Cottbusern seien "für ihre Affinität zu Pyrotechnik bekannt" und stellten das regelmäßig unter Beweis. "Zudem kommt es seitens der Fans des FC Energie Cottbus bei Auswärtsspielen wiederkehrend zu Körperverletzungsdelikten, nicht selten auch zum Nachteil von eingesetzten Polizeibeamten", heißt es weiter.

Auch nicht außer Acht gelassen wird, dass zwischen der Ultraszene von Energie und der Problem-Fanszene des Chemnitzer FC enge Kontakte bestehen. Da die Regionalliga-Begegnung der Himmelblauen bei Preussen Berlin am Sonntag abgesagt wurde, sei mit einer vermehrten Anreise von Anhängern des Chemnitzer FC zu rechnen.

Auch mit einkalkuliert wurde der noch ungeklärte Zaunfahnen-Raub in der Auer Ultraszene Ende November. "In Fankreisen kursieren verschiedene Theorien über die möglichen Täter. Dabei wird regelmäßig der Verdacht geäußert, dass Fangruppierungen aus dem Umfeld des FC Energie Cottbus und/oder des Chemnitzer FC an der Tat beteiligt gewesen sein könnten", heißt es.

Kurz vor dem 80. Geburtstag: Aue muss raus aus Krisen-Stimmung
FC Erzgebirge Aue Kurz vor dem 80. Geburtstag: Aue muss raus aus Krisen-Stimmung

Unabhängig von der tatsächlich nachweisbaren Tatbeteiligung irgendeiner Tätergruppierung müsse mit ungezügelter, hochemotionaler Reaktion nicht nur aus der Ultraszene, sondern auch aus großen Teilen der Anhängerschaft des FC Erzgebirge Aue in Richtung der Gästefans gerechnet werden.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag, PICTURE POINT / Roger Petzsche

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue: