Aue/Eilenburg - Khvicha Shubitidze (52) hatte sich vor dem Pokalspiel in Eilenburg erbeten, dass seine Spieler in Ruhe gelassen werden. Etwaige Kritik wollte er damit von seinen Schützlingen weg und auf sich ziehen. Einstecken musste der 52-Jährige nach dem Peinlich-Aus gegen den Oberligisten (2:3) so einiges. Der Titelverteidiger hat sich bis auf die Knochen blamiert und das zurecht, weil man keine Mittel fand gegen einen Gegner, der sein Herz in beide Hände nahm.
"Ich muss doch morgen um sechs Uhr wieder arbeiten, da kann ich doch heute Abend nicht mehr feiern", meinte Eilenburgs Coach Karsten Oswald (51) mit einem dicken Augenzwinkern.
Die "Feierabendkicker" kegelten Aue raus und gingen ab Montag wieder ihren eigentlichen Jobs nach. Trainer Oswald ist bei der bluechip Computer AG tätig.
Nach Feierabend und am Wochenende steht er bei den Nordsachsen an der Seitenlinie und entwarf dabei einen Matchplan, der die Shubitidze-Elf Schachmatt setzte.
"Wenn wir als Außenseiter eine Chance haben wollen, müssen wir defensiv ordentlich dabei sein, dürfen uns aber nicht nur hinten reinstellen", hatte "Ossi" im Vorfeld betont.
Seine Mannschaft ließ mit ihrem Umschaltspiel Taten folgen.
Aues erfahrene Innenverteidigung gilt in puncto Geschwindigkeit als anfällig
"Wir haben Aue an der Mittellinie empfangen, so wie wir es wollten und müssen eigentlich bis zur Halbzeit drei Tore machen, weil wir unter anderem zweimal alleine auf den Torhüter zugehen. Wir sind Aue mit Dingen begegnet, mit denen sie vielleicht nicht gerechnet haben, weil wir wussten, dass sie im Rückwärtsgang ihre Probleme haben", resümierte Oswald gegenüber TAG24.
Aues erfahrene Innenverteidigung gilt bei Regionalligakennern in puncto Geschwindigkeit als anfällig. Womit die Veilchen am Sonntag ebenfalls nicht klarkamen - und das etwas an die Chemie-Pleite (1:2) erinnerte - skizzierte Oswald wie folgt.
"Wir sind geschlossen als Truppe aufgetreten und haben sie nicht zur Entfaltung kommen lassen. Das war der Schlüssel, sodass es auch in meinen Augen ein verdienter Sieg ist. Den wissen wir einzuordnen. Es ist ein Sieg, nicht mehr und nicht weniger."
Und für den Schacht war es ein Treffer ins Mark.