Lord, Majetschak, Weinhauer: FCE beginnt Verhandlungen, doch wie denken die Spieler über Verbleib?
Aue - Der FC Erzgebirge hat schon viel wertvolle Zeit für die Kaderplanung ins Land streichen lassen. Ex-Sportchef Michael Tarnat (56) wollte mit den Vertragsgesprächen zunächst abwarten, bis Klassenerhalt oder Abstieg rechnerisch feststehen. Mittwoch vor Ostern kam die Kehrtwende und die Verhandlungen konnten endlich beginnen.
"Man hat diese Woche erstmals mit mir gesprochen", verriet Torhüter Louis Lord (22) gegenüber TAG24 am Sonntag auf Nachfrage. Er stand als anfängliche Nummer drei zu Saisonbeginn im Schatten von Urgestein Martin Männel (38) und dessen designierten Nachfolger Max Uhlig (19), trat dann aber mit teils hervorragenden Leistungen vor allem im Dezember aus selbigem heraus, um sich nach der Ulm-Niederlage Ende Januar auf der Bank wiederzufinden.
Lords Tendenz für einen Verbleib bei Abstieg: "Ich will mir alles offen lassen." Eindeutige Aussagen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu erwarten, wäre auch zu viel des Guten. Zu lange hingen die Spieler in der Luft und wussten nicht, wie es im Sommer für sie weitergeht und welche Veränderungen der Gang in die Regionalliga auch für den Kumpelverein mit sich bringt.
"Mein Anspruch ist natürlich nicht Regionalliga zu spielen, aber durch die Verbundenheit zu Aue ist alles möglich - auch ein Verbleib, solange alle Strukturen dafür geschaffen werden", sagt Erik Majetschak (26), das nach Männel dienstälteste Veilchen.
Verhandlungen laufen: Wer bleibt beim FCE?
Die Entscheidung letztlich mit beeinflussen könnte, dass der Kumpelverein ziemlich offensiv den Wiederaufstieg kommuniziert, wie dies Präsident Thomas Schlesinger (53) und jüngst auch Sportvorstand Jens Haustein (58) taten.
Würde Majetschak die Folgen des Betriebsunfalls Drittligaabstieg mit beheben? "Ich sehe es so, das Ganze sofort wieder ausbügeln zu wollen. Ich bin jetzt sieben Jahre hier, kenne noch die starken Zweitligajahre und bin logischerweise für die Misere der letzten Jahre mitverantwortlich. Ich will mich nicht mit einem Regionalligaabstieg verabschieden. Aue ist mein Herzensverein und wenn die Strukturen geschaffen werden, kann ich mir vorstellen zu bleiben", sagt der 26-Jährige.
Einer, der die Regionalliga Nordost bereits wie seine Westentasche kennt und als Torschützenkönig 2024/25 Spuren hinterließ, ist Erik Weinhauer (25).
Er von TAG24 über einen Gang zurück in die Viertklassigkeit angesprochen: "Ich habe gesagt, dass ich es mir unter Umständen vorstellen kann, denn ich bin nicht umsonst hierhergekommen. Obwohl die Saison so scheiße lief, mag ich den Verein und ist er mir ans Herz gewachsen. Ich mag die Fans, die Mannschaft, die Umstände hier. Deswegen müssen wir schauen und dann wäge ich ab, was das Sinnvollste ist."
Titelfoto: Fotomontage (3): PICTURE POINT / Sven Sonntag
