Aue - Der FC Erzgebirge pflügt bislang durch die Sommervorbereitung, gibt sich keine Blöße. Am Samstag in einer Woche wissen Mannschaft, Trainer und Fans, wo der Schacht wirklich steht, denn dann kommt mit der VSG Altglienicke einer der Staffelfavoriten ins Lößnitztal.
Da trifft es sich gut, dass die Generalprobe am Sonntag (14 Uhr) mit Bundesligaaufsteiger Schalke 04 einen Gegner parat hält, der die Shubitidze-Elf auf Herz und Nieren prüfen wird.
Zugleich ist es der erste Stimmungstest im eigenen Wohnzimmer - und dem fiebern die 16 Neuen wie Stylianos Kokovas (25) entgegen. "Ich freue mich sehr, endlich vor unseren Fans zu spielen. Für uns sind sie der zwölfte Mann!", sagt der Neuzugang von Phönix Lübeck.
Als Abwehrspieler verpflichtet und damit vorrangig fürs Toreverhindern zuständig, stellte der 25-Jährige am Mittwoch beim Test bei Landesligist Zeitz (6:0) mit einem Doppelpack auch seine Offensivqualitäten unter Beweis.
"Ein gutes Gefühl! Aber am Ende des Tages zählt für mich nur, dass ich der Mannschaft helfe, egal ob mit Tor oder Vorlage. Jetzt als Innenverteidiger zweimal getroffen zu haben, stimmt mich dennoch zufrieden", sagt Kokovas.
Schalke-Keeper Kevin Müller: "Habe im Schacht schon einige Schlachten geschlagen"
Gegen Schalke werden voraussichtlich die defensiven Qualitäten gebraucht werden. Die Knappen, die kürzlich Star-Neuzugang Robin Gosens präsentierten, machen auf ihrem Weg ins Trainingslager im österreichischen Stubaital Halt in Aue.
Bei WM-Fahrer Edin Dzeko (40) steht eine Entscheidung, ob er auf Schalke bleibt, aus. Mit dabei im 04er-Tross ist derweil einer, der das Erzgebirge noch bestens aus jenen Zeiten kennt, die noch gar nicht so lang her sind, sich für Aue als mittlerweile Viertligisten aber wie eine Ewigkeit anfühlen: die 2. Bundesliga.
"Ich habe im Schacht schon einige Schlachten geschlagen", erinnert sich Schalke-Keeper Kevin Müller (35) an seine Zeit beim 1. FC Heidenheim.
Mit Martin Männel (38) trifft er auf den einzig verbliebenen Mohikaner auf FCE-Seite, der diese glorreiche Zeit im Fußball-Unterhaus verkörpert. Die Generalprobe dürfte auch Aufschlüsse geben, wie Khvicha Shubitidze (51) mit ihm in der neuen Saison plant - als Nummer eins oder, wie von der sportlichen Leitung ursprünglich avisiert, als Nummer zwei.