Shubitidze setzt Männel nach elf Jahren als Aue-Kapitän ab, Clausen vor Wechsel
Aue - Kehren neue Besen besser? Bei all dem, was bei Erzgebirge Aue in dieser Saison an Personalwechseln stattfand, ist man geneigt, diesen Spruch nach dem nächsten Personal-Beben gepflegt in die Tonne zu kloppen. Trainer- und Sportchef-Wechsel brachten keine Trendwende. So wie derzeit viele in die Ostsee zu Buckelwal "Timmy" schauen und hoffen, sein Leiden möge bald ein Ende haben, schaut man auf Erzgebirge Aue und sehnt das Ende des Dahinsiechens herbei.
Khvicha Shubitidze (51) soll als Interimstrainer für einen würdevollen Abgang aus dem Profifußball sorgen. Denn dass die Veilchen zum 16. Mai nach 23 Jahren (!) von der bundesweiten Bildfläche verschwinden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Zu viele Fehler wurden vor und während der Saison gemacht - auf allen Ebenen: Klubführung, sportliche Leitung, Mannschaft. Letztere liefert Woche für Woche neue Slapstick-Einlagen. Bei Jahn Regensburg verliert Aue, einmal mehr aufgrund eines kapitalen individuellen Fehlers. Diesmal von Luan Simnica (9.).
Die angeschossenen Erzgebirger schossen zum wiederholten Mal den Bock. Dass trotz guter Chancen für Julian Guttau (48.), Ricky Bornschein (54.), Erik Weinhauer (63.) oder Julian Günther-Schmidt (87.) nicht wenigstens ein Zähler heraussprang, ist ein weiterer Beleg dafür, dass es an beiden Enden des Feldes einfach nicht reicht - hinten wie vorne.
Aue wird im Zuge der Kaderplanung für die neue Saison mehrere Entscheidungen treffen müssen
Marcel Bär alleine kann nicht alles regeln, wenngleich er Dienstagabend noch eine Aufgabe mehr auf seine Schultern gepackt bekam. Shubitidze nahm Martin Männel die Binde und gab sie dem 33-Jährigen.
"Eine der ersten Amtshandlungen von 'Shubi' als Trainer: Die Kapitänsbinde trägt ein Feldspieler, namentlich Marcel Bär. Am Standing von Martin Männel (38) ändert das nichts, er trägt die Entscheidung mit!", erklärte der Verein die Maßnahme.
Männel war seit 2015 Spielführer und stand in diesem Amt nur 2022/23 zu Saisonbeginn unter Timo Rost zur Disposition, der in Dimitrij Nazarov ebenfalls einen Feldspieler bevorzugte.
Wenn auch nur eine symbolische Maßnahme, wird Aue in den nächsten Wochen im Zuge der Kaderplanung für die neue Saison mehrere Entscheidungen treffen müssen, die einerseits aufhorchen lassen und andererseits nicht überall auf Gegenliebe stoßen werden.
Denn es ist doch Fakt, dass sich mancher Spieler bereits mit anderen Vereinen beschäftigt - ebenfalls völlig legitim. So wird kolportiert, dass Mika Clausen (23) im Sommer zum SC Verl wechselt, wo er bis 2028 unterschrieben haben soll.
Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag, Picture Point/Gabor Krieg
