Es geht um eine Schlüsselposition: Hansa sucht die große Lösung - oder holt gar keinen mehr
Rostock - Saisonstart geglückt, aber reicht Rostocks Kader für den Aufstieg? Seit Wochen fahndet die Kogge nach einem Zehner, die Suche zieht sich. Holt Hansa am Ende gar keinen Neuen mehr?
Gegen Hoffenheims U23 bekleidete Benno Dietze (23) die Position hinter Sturmspitze Andreas Voglsammer (34). Das ballgewandte und kreative Eigengewächs erwischte nicht seinen besten Tag, kann aber grundsätzlich dem Spiel eine Richtung geben.
Nach 45 Minuten löste ihn Milosz Brzozowski (21) ab, der es besser machte. Die Tore schoss Hansa aber per direktem Freistoß und nach zwei Flanken. Braucht Hansa für den Aufstieg einen Spitzen-Zehner?
Nach dem Spiel stellte Daniel Brinkmann (40) fest: "Das ist auch nach wie vor ein Thema, aber wir lassen uns da aber nicht unter Druck setzen, weil wir genügend Möglichkeiten in unserem eigenen Kader haben."
Dazu zählte der Coach der Kogge neben den beiden Eingesetzten auch Talent Yannick Michaelis (21) und die verletzte Sturm-Hoffnung Leon Dajaku (25) auf. Sie sind aber primär als Außenstürmer eingeplant. Auch Doppelpacker Voglsammer könne diese Rolle als hängende Spitze einnehmen.
Deswegen sagt Brinkmann: "Ich glaube nicht, dass wir das jemals als Baustelle betitelt haben, sondern als mögliche Option, da eventuell noch was zu machen."
Hansa Rostock hat zwei Zehner verloren und Paul Stock ist noch immer keine Option
Was auffällig war: Den vor einem Jahr exakt für diese Position geholten und mit der Nummer zehn ausgestatteten Paul Stock nannte Brinkmann gar nicht.
Der 29-Jährige absolviert nach einem komplizierten Muskelbündelriss ein behutsames Aufbautraining, konnte die Belastung zuletzt steigern, hat aber fast ein Dreivierteljahr nicht gespielt.
Mit Stock ist kurzfristig also nicht zu planen. Vor einem Jahr hatte Hansa für die Schlüsselposition zudem Adrien Lebeau (27) und Cedric Harenbrock (28) als Gamechanger.
Hansa braucht wenn überhaupt eine Verstärkung, keine Ergänzung. Deswegen lautet das Credo: ein Qualitätsspieler oder gar keiner.
Brinkmann: "Wenn wir da was machen, muss es eine absolute Top-Lösung sein. Aber wir können auch damit leben, wenn da nichts mehr passiert."
Titelfoto: IMAGO / Andy Bünning

