Ist Hansa zu großkotzig? Vize-Kapitän tadelt eigenen Verein!
Rostock - Spätestens nach diesen Aussagen hängt der Haussegen im Hansa-Lager schief! Im Anschluss an die 1:2-Pleite in Regensburg kritisiert Vize-Kapitän Marco Schuster (31) den Verein für seine Kommunikations-Politik.
Vor der Saison hatte die Kogge das Motto "Angreifen. Klarer Kurs. Klare Mission" ausgegeben und damit offensiv wie kein anderer Drittligist den Aufstieg öffentlich forciert. Eine Nummer, die Monate später wie ein Bumerang zurückkommt.
Denn im Team sorgte der Leitsatz nicht für eine breite Brust, sondern zusätzlichen Druck. Mittelfeldstratege Schuster gegenüber der Ostsee-Zeitung: "Der Verein hat das offensichtlich formuliert und das hat uns nicht geholfen. Das ist Fakt."
Hoppla! Schuster, im dritten Jahr an Bord der Kogge, tadelt den eigenen Verein.
Speziell vor heimischer Kulisse tut sich Rostock schwer, holte aus fünf Partien erst einen Sieg. Die Aufstiegs-Ansage scheint das Team eher zu blockieren als zu beflügeln.
Schuster führt aus: "Das Saisonziel so offensiv zu formulieren, war mutig vom Verein und [das] tragen wir natürlich als Mannschaft mit. Aber es ist in der 3. Liga einfach nicht so, dass es Garantien dafür gibt. [...] Und wir wissen, dass es eine lange Saison ist. Und wir wissen, dass jedes Spiel hart umkämpft ist."
Hansa Rostocks Vorstand hält eisern an den Saisonzielen fest
Kapitän Franz Pfanne (32) hatte bei MagentaSport nach der 1:2-Pleite in Regensburg klargestellt: "Jeder, der bei Hansa Rostock unterschreibt, weiß, dass der Druck groß ist, und muss damit leben können."
Für den einen oder anderen Akteur in der Praxis schwieriger als gedacht. Immer mehr drängt sich die Frage auf, ob der Kader für dieses Ziel richtig zusammengestellt ist.
"Ich möchte davon wegkommen, jedes Mal über die Tabelle zu sprechen. Wir sind weit weg von dem, was der Verein sich erhofft", tritt Schuster auf die Bremse. War der Verein kommunikativ zu großkotzig unterwegs?
Hinzu kommt: Bis zum Juni kommenden Jahres will Hansa 1,6 Millionen Euro Verbindlichkeiten tilgen. Für einige Außenstehende ein Widerspruch zu den sportlichen Saisonzielen.
Nichtsdestotrotz hatte erst am Samstag Vorstands-Chef Ronald Maul (53) das Saisonziel erhärtet: "Als Hansa Rostock ist unser Anspruch der Aufstieg. Daran gibt es nichts zu rütteln."
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