Stimmung droht zu kippen: Hansa-Kapitän muss schon Plädoyer für den Trainer halten
Rostock - Große Ernüchterung bei Hansa Rostock: Nach dem 1:2 in Regensburg zeigt sich der erste Gegenwind für Neu-Trainer André Breitenreiter (53), die Stimmung im Umfeld droht zu kippen.
Hansa hatte wie in der Vorwoche eine Führung abgegeben, Topspieler Leon Dajaku (25) seiner Mannschaft mit einer dummen Roten einen Bärendienst erwiesen.
Wie unzufrieden das Umfeld mit der Saison und Teile der Fans mit dem Trainerwechsel sind, offenbarte Franz Pfanne (32). Hansas Kapitän sah sich nach Schlusspfiff genötigt, ein flammendes Plädoyer für den von den ersten Fans angezählten Breitenreiter zu halten:
"Sie können mir glauben, wir haben wirklich einen sehr, sehr guten Trainer gekriegt, der weiß, wie er uns anpacken muss. Es tut uns auch als Mannschaft für die beiden Neuen leid."
Damit war auch Co-Trainer Timo Struckmeier (46) gemeint, der im Gespann mit Breitenreiter das Ruder noch nicht in die richtige Richtung reißen konnte.
Die triste Bilanz: vier Pünktchen aus fünf Spielen, Platz elf. Hansa ist im Mittelmaß angekommen. Auf Rang drei sind es acht Zähler Rückstand. Der Trainerwechsel? Stand jetzt verpufft.
Vorstandschef Ronald Maul (53) meint: "Bis zur Winterpause sollten wir auf einer vernünftigen Schlagdistanz sein. Als Hansa Rostock ist unser Anspruch der Aufstieg. Daran gibt es nichts zu rütteln."
Hansa Rostock fliegt vollmundige Aufstiegs-Ansage immer mehr um die Ohren
Doch Rostock läuft immer mehr den eigenen Ansprüchen hinterher. Maul fordert: "Bis zur nächsten Länderspielpause muss der Kennenlernprozess abgeschlossen sein. In dieser Pause sind wir dann so weit, um den Kader zu bewerten."
Der Glaube im Umfeld schwindet Spiel für Spiel. Vielmehr hauen viele Fans den Verantwortlichen die eigene Zielstellung um die Ohren: "Angreifen. Klarer Kurs. Klare Mission."
Davon ist seit Wochen nichts zu sehen, die Unzufriedenheit wächst, längst gerät nicht nur der Trainer in die Schusslinie. Auch Sportchef Amir Shapourzadeh muss für eine verkorkste Transferpolitik im Sommer immer mehr Kritik einstecken.
Maul betont: "Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir stehen stabiler und haben eine gute Ordnung."
Das war in der Halbzeitpause, bevor Hansa ein bis dato kriselndes Regensburg wieder aufbaute und das Spiel abgab.
Am Samstag geht es vor heimischem Publikum gegen das nächste Kellerkind. Folgt gegen Großaspach kein überzeugender Sieg, könnte in der Länderspielpause aus der Ernüchterung ein Erdrutsch werden.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Inside-Picture; IMAGO / Andy Bünning

