Babyglück und einfache Siegesformel: Kann der FCM Osnabrück besiegen?

Magdeburg - Endlich wieder 2. Liga! Nach der Enttäuschung der Nationalmannschaft tritt der FCM am morgigen Samstag in Osnabrück an. Ein Spiel, das wichtiger kaum sein könnte. Die Mannschaft ist nach acht sieglosen Partien dazu verdammt, wieder zu gewinnen. Trainer Titz (52) ist sich dessen bewusst, äußerte sich auf der Pressekonferenz: "Für uns ist es ein Spiel, in dem wir unbedingt punkten wollen."

Jubel vor und mit den Fans. Der Zusammenhalt in Magdeburg ist ungebrochen. Die Punkteausbeute ist leider dürftig. In Osnabrück muss endlich Zählbares her.
Jubel vor und mit den Fans. Der Zusammenhalt in Magdeburg ist ungebrochen. Die Punkteausbeute ist leider dürftig. In Osnabrück muss endlich Zählbares her.  © Andreas Gora/dpa

"In der Krise beweist sich der Charakter", dieses Zitat von Altkanzler Helmut Schmidt (†96) scheint derzeit wie maßgeschneidert für den 1. FC Magdeburg.

Ein ganz besonderer Verein, in dem man zusammenhält, auch wenn es mal nicht so läuft. Egal ob Fan, Spieler, Trainer oder Geschäftsführer - der FCM gewinnt und verliert gemeinsam. Definitiv keine Selbstverständlichkeit im heutigen Fußballgeschäft.

Gegen Osnabrück soll genau diese Geschlossenheit der Schlüssel zum scheinbar verloren gegangenen Erfolg sein. "Ich sehe, wie intakt wir als Gruppe sind und welcher Biss in dieser Mannschaft steckt", bekräftigte Titz den Zusammenhalt der Elf.

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Damit das Ruder endlich herumgerissen werden kann, wurde in der Länderspielpause intensiv trainiert. Titz sprach von "Zug" und "Aggressivität" auf dem Trainingsplatz und schien ganz angetan von seinem Team.

Dass der VfL in der Tabelle ganz unten feststeckt - die Lila-Weißen sind Schlusslicht der Liga - und erst kürzlich Aufstiegstrainer Tobias Schweinsteiger (41) entlassen haben, empfindet Titz weder als Vorteil noch als Nachteil. Er geht davon aus, dass die Osnabrücker Mannschaft nicht völlig umgekrempelt wurde, und betonte, dass er es nicht vorschnell bewerten würde, dass "eine Mannschaft jetzt unten steht".

"Das wird sich im Laufe der Saison auch noch verschieben und verändern", verdeutlichte der 52-Jährige und wollte damit wohl klarstellen, dass auch ein Dreier gegen den Tabellenletzten nicht im Vorbeigehen geholt wird.

Christian Titz: "Er hat beim Training gefehlt und der Grund ist ein sehr schöner"

Für ihn wird es ein Wiedersehen mit der Vergangenheit: Henry Rorig (23) feierte mit dem FCM den Aufstieg und zog anschließend nach Osnabrück weiter. Zu seinen ehemaligen Teamkollegen pflegt er immer noch guten Kontakt.
Für ihn wird es ein Wiedersehen mit der Vergangenheit: Henry Rorig (23) feierte mit dem FCM den Aufstieg und zog anschließend nach Osnabrück weiter. Zu seinen ehemaligen Teamkollegen pflegt er immer noch guten Kontakt.  © David Inderlied/dpa

Fußball bleibt ein einfaches Spiel. Am Ende entscheiden geschossene Tore über den Sieger. Auch das betonte Titz, indem er eine ebenso einfache wie geniale Formel für das Auswärtsspiel in Niedersachsen parat hatte: "Wir gehen raus auf das Spielfeld und schießen ganz einfach den Ball ins Tor rein."

Da möchte man nicht widersprechen, insbesondere wenn man es mit den Domstädtern hält. Von denen einer mit ordentlich Extramotivation nach Osnabrück reist. "Er hat beim Training gefehlt, und der Grund ist ein sehr schöner", sagte Titz über Atik (28), der am gestrigen Donnerstag nicht etwa verletzt, sondern aufgrund von Vaterfreuden fehlte.

Ein weiterer Ausfall wäre auch kaum zu verkraften gewesen. Neben den Langzeitverletzten wird auch Jason Ceka (24) verletzungsbedingt in Magdeburg bleiben, und auch Daniel Elfadli (26) ist weiterhin rotgesperrt. In den Kader zurückkehren wird dafür Luc Castaignos (31), wie Titz bestätigen konnte. Ob er in der Startelf stehen wird, wo er möglicherweise Luca Schuler (24) ersetzen würde, ließ er indes offen.

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Aus der Bedeutung eines Sieges machte er kein Geheimnis: "Wenn du dieses eine Spiel gewinnst, tut das gut und wird dich beflügeln." Musik in den Ohren der FCM-Fans, die derzeit nichts mehr herbeisehnen als drei Punkte nach verdammt langer Zeit.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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