Magdeburg gegen Dynamo Dresden: Polizisten mit Steinen und Gullydeckel attackiert! 64 verletzte Beamte

Magdeburg - Das Ost-Derby zwischen Dynamo Dresden gegen den 1. FC Magdeburg musste wegen Pyrotechnik minutenlang unterbrochen werden. Auch außerhalb des Stadions und nach dem Zweitliga-Spiel kam es in der Stadt zu Zwischenfällen. Insgesamt wurden 64 Polizisten verletzt!

Vor Beginn des Matchs zündeten die Magdeburger Fans Pyrotechnik. Gegen Ende der 1. Halbzeit und im 2. Durchgang zogen die Dresdner Anhänger nach, sodass das Spiel unterbrochen werden musste.
Vor Beginn des Matchs zündeten die Magdeburger Fans Pyrotechnik. Gegen Ende der 1. Halbzeit und im 2. Durchgang zogen die Dresdner Anhänger nach, sodass das Spiel unterbrochen werden musste.  © Andreas Gora/dpa

Es habe Ausschreitungen durch FCM-Anhänger gegenüber den Einsatzkräften gegeben, teilte die Polizeiinspektion Magdeburg mit.

Zwei Personen müssen jetzt mit jeweils einem Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs rechnen.

Zudem hätten FCM-Sympathisanten versucht in Richtung des Gästeblocks vorzudringen. Laut dem Innenministerium Sachsen-Anhalts seien dabei 64 Beamte teils schwer verletzt worden!

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Sie sollen auch mit Pyrotechnik beschossen, mit Absperrgittern und Steinen beworfen sowie mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten angegriffen worden sein. Videos im Netz zeigen, dass die Chaoten ohne Rücksicht auf Verluste die Polizei bedrängen. Auch im Stadtgebiet von Magdeburg sei es zu vereinzelten Straftaten gekommen, hieß es. Unter anderem habe es eine räuberische Erpressung und Sachbeschädigungen gegeben.

Eingeleitete Ermittlungen sollen jetzt diese und weitere bekannte Fälle aufklären.

Am und im Stadion selbst waren mehrere hundert Einsatzkräfte der Bundespolizei vor Ort. Die Beamten, die auch aus anderen Bundesländern angereist waren, mussten ebenfalls in einer Situation vor dem Stadion eingreifen.

Polizei, FCM und Politikerinnen kritisieren Fans

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) verurteilt die Angriffe auf Polizisten. (Archivbild)
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) verurteilt die Angriffe auf Polizisten. (Archivbild)  © David Hammersen/dpa

Der 1. FC Magdeburg kritisiert den Vorfall scharf. Gewalt im Fußball widerspreche den Werten des Klubs, hieß es am Sonntagabend. Die Blau-Weißen stünden derzeit in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden, um das Geschehen aufzuarbeiten.

Auch die Gewerkschaft der Polizei meldete sich zu Wort. "Fußball soll Menschen zusammenbringen – nicht Einsatzkräfte, Fans oder Unbeteiligte in Gefahr bringen", heißt es in einer Erklärung.

"Wer Pyrotechnik in dicht gefüllten Blöcken zündet, Raketen und Böller in Menschenmengen wirft oder Polizeikräfte angreift, hat jedes Recht verwirkt, sich Fan zu nennen. Hier reden wir über Straftäter."

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"Ich verurteile die gestrigen Ausschreitungen von angeblichen Fußballfans des 1. FCM und die gewalttätigen Angriffe auf Kolleginnen und Kollegen der Polizei auf das Schärfste", sagte Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU). "Mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten auf Polizisten einzuschlagen, ist nichts anderes als brutale Gewalt."

Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris (63, parteilos) sagte am Sonntagabend: "Das Verhalten dieser angeblichen Fans ist absolut inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen. [...] Bei uns ist kein Platz für Gewalt: weder im Sport noch an anderer Stelle!"

Sowohl Zieschang als auch Borris wünschen den Verletzten baldige Genesung.

Erstmeldung um 8.18 Uhr, zuletzt aktualisiert um 17.19 Uhr

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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