Pokalsieger in Albanien, 2. Liga, vereinslos: Was machen die RWE-Trainer der Vergangenheit?
Erfurt - Fabian Gerber (46) hat beim FC Rot-Weiß Erfurt wieder für Stabilität auf der Trainerbank gesorgt. Doch was wurde eigentlich aus den Männern, die vor ihm an der Seitenlinie standen?
Gerbers aktuelle Amtszeit, seit 2. August 2021 im Amt, steht sinnbildlich für einen Wandel bei RWE. Denn in den Jahren davor war der Trainerposten bei den Thüringern alles andere als langfristig besetzt. Vor allem rund um den sportlichen Absturz und die unruhigen Jahre verschliss der Verein mehrere Trainer in kurzer Zeit. Kaum einer konnte sich nachhaltig etablieren.
Walter Kogler (Amtszeit: 641 Tage): Unter dem gebürtigen Österreicher erlebte RWE noch eine vergleichsweise ruhige Zeit. Kogler hatte den Verein vor der Saison 2013/2014 übernommen und auf einen sicheren zehnten Tabellenplatz in der 3. Liga geführt. Eine zweite volle Spielzeit erlebte er jedoch nicht. Nach vier Niederlagen in Folge wurde der Wolfsberger am 23. März 2015 freigestellt.
Der heutige 58-Jährige legte seiner Trainerkarriere anschließend auf Eis und ging in die Privatwirtschaft. Zum 1. Juli 2015 übernahm er die Geschäftsführung der "Merkur Recreation". Außerdem war er bis August 2023 wieder regelmäßig als Sky-Experte im Einsatz. Mittlerweile ist Kogler in einer leitenden Funktion in der Jugend-Akademie des Wolfsberger AC tätig.
Christian Preußer (Amtszeit: 266 Tage): Er galt als großer Hoffnungsträger – jung, frisch, dynamisch, innovativ. Nach zahlreichen Jahren im Jugendbereich, Co-Trainer und Interimstrainer wollte RWE mit ihm eine neue Ära einleiten. Der damals 31-Jährige konnte die Erwartungen jedoch nicht erfüllen und musste seinen Stuhl nach nur neun neun Monaten wieder räumen.
Preußer arbeitete anschließend fünf Jahre beim SC Freiburg II und führte die Reserve der Breisgauer von der Oberliga Baden-Württemberg bis in die 3. Liga. Im Sommer 2021 übernahm er dann das Traineramt von Zweitligist Fortuna Düsseldorf, wo er sich jedoch nur bis Anfang Februar 2022 halten konnte. Im Sommer 2022 übernahm er die in der 3. Liga spielende U23 von Borussia Dortmund. Dort wurde er am 6. Februar 2023 entlassen. Seitdem ist Preußer vereinslos.
Insolvenz und Abstieg in die Regionalliga Nordost
Stefan Krämer (Amtszeit: 640 Tage): Der gebürtige Mainzer war der Nachfolger von Christian Preußer. Der heute 58-Jährige spielte mit RWE anschließend eine starke Rückrunde. Der Erfolg war jedoch nicht nachhaltig. In der darauffolgenden Saison wurde er im Oktober 2017 nach drei Niederlagen am Stück von seinen Aufgaben entbunden. Erfurt stand zu diesem Zeitpunkt auf dem letzten Tabellenplatz in der 3. Liga.
Danach coachte Krämer den KFC Uerdingen, 1. FC Magdeburg, KAS Eupen (Belgien) und SV Meppen. Seit März 2023 ist er vereinslos.
David Bergner (Amtszeit: 49 Tage): Nach der Entlassung von Krämer wurde Bergner vom Scout zum Cheftrainer der Profis befördert. Nach sechs Spielen (fünf Niederlagen, ein Unentschieden) war für ihn jedoch schon wieder Schluss. In den folgenden Jahren trainierte der gebürtige Berliner den Chemnitzer FC, ZFC Meuselwitz und Teutonia 05 Ottensen. Zwischenzeitlich war er Co-Trainer der Nationalmannschaft Litauens. Bis August 2025 war er Teil der sportlichen Leitung bei Regionalligist Chemie Leipzig.
Stefan Emmerling (Amtszeit: 178 Tage): In seinem zweiten Engagement an der Seitenlinie konnte Emmerling den insolventen Verein nicht mehr retten und stieg mit ihm abgeschlagen aus der 3. Liga ab. Nach der Saison 2017/2018 beendeten beide Seiten die Zusammenarbeit. Seit Sommer 2019 ist der Fußballlehrer bei Kickers Emden tätig. Sein Vertrag läuft dort im Sommer 2026 aus.
Ex-Bundesligaprofi Brdarić verpasst Wiederaufstieg
Thomas Brdarić (Amtszeit: 500 Tage): Der ehemalige Bundesligaprofi übernahm den Verein nach dem Abstieg in die Regionalliga Nordost. In der Saison 2018/2019 führte er das Team auf Platz fünf und verpasste den sofortigen Wiederaufstieg. In der Folgesaison legte Brdarić nach dem 15. Spieltag sein Amt nieder.
Der ehemalige Nationalspieler trainierte anschließend KF Vllaznia Shkodra in Albanien und wurde dort Pokalsieger und Vizemeister. Danach war er in Indien und Kuwait als Trainer tätig. Seit Dezember 2025 trainiert er den kosovarischen Erstligisten KF Drenica.
Nach der zwischenzeitlichen Abmeldung vom Spielbetrieb und dem damit verbundenen Abstieg in die Oberliga waren Robin Krüger (Amtszeiten: 77 Tage und 28 Tage) sowie Manuel Rost (Amtszeiten: 63 Tage und 545 Tage) die Männer an der Seitenlinie.
Während Krüger heute als Verbandssportlehrer beim Fußballverband Niederrhein tätig ist, trainiert Rost seit Sommer 2022 Germania Halberstadt.
Titelfoto: Bildmontage: Carmen Jaspersen/dpa

