Derbyheld Hartel fiebert 7000 Kilometer entfernt mit St. Pauli mit: "Die Hütte wird brennen"

Hamburg - Da ist jemand schon ganz heiß! Wenn am Freitagabend (20.30 Uhr) der FC St. Pauli am Millerntor den HSV zum 113. Hamburger Stadtderby empfängt, wird einer rund 7500 Kilometer entfernt vor dem Fernseher mit seinen ehemaligen Teamkollegen mitfiebern - Marcel Hartel (30). Der Aufstiegsheld der Kiezkicker befindet sich derzeit mit seinem Klub St. Louis City im Trainingslager in Florida, als er mit TAG24 über das anstehende Duell und seine Erinnerungen an die Derbysiege am Millerntor spricht.

Marcel Hartel (30, v.) spielt mittlerweile für St. Louis City in der MLS, fiebert aber dem Derby zwischen seinem Ex-Verein FC St. Pauli und dem HSV entgegen.  © IMAGO / Imagn Images

Während seine Ex-Mitspieler am Freitagabend bei Minustemperaturen um viel mehr als nur drei Punkte kämpfen, genießt Hartel die Sonne Floridas. Wobei: "Wir wissen alle, wie ein Trainingslager abläuft."

Trotz der Vorbereitung wird er das Derby aber natürlich verfolgen und hat auch die uneingeschränkte Hoheit. Denn im Normalfall muss sich der 30-Jährige mit seinen Mitspielern, die über Bundesliga-Erfahrung verfügen - und davon gibt es bei St. Louis einige - um die Fernbedienung streiten, wenn die Spiele am Samstag um 15.30 Uhr laufen. "Da wird auf dem Vereinsgelände gefrühstückt und geschaut", erklärt Hartel. Nur eben nicht am Freitag.

Die Brisanz der Partie kann er auch aus der Entfernung einschätzen. "Den HSV habe ich jetzt nicht so intensiv verfolgt, aber sie stehen eben über dem Strich", sagt Hartel. Sein Ex-Verein steht mittlerweile am Tabellenende. "St. Pauli ist wieder sehr gut reingekommen, auch in Dortmund haben sie kein schlechtes Spiel gemacht, aber es ist bitter und am Ende zählen die Punkte, gerade in der jetzigen Situation", weiß auch Hartel. "Am Ende weiß aber jeder, was das Spiel bedeutet und was ein Sieg für Kräfte freisetzen kann."

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"Deswegen [hoffe] ich mit jeder Faser meines Körpers, dass St. Pauli die drei Punkte holt." Vor allem setzt er auf die Fans. "Die Hütte wird brennen", verspricht er.

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Nur wenige Tage nach seinem Wechsel im August 2021 zu den Kiezkickern stand für den Mittelfeldspieler direkt das Derby gegen den HSV an.  © WITTERS

Marcel Hartel wechselt zum FC St. Pauli und spielt direkt das Derby: "Wird immer in Erinnerung bleiben"

Beim Derby in der Saison '22/'23 überzeugte Hartel mit einem Treffer und einer Vorlage beim 3:0-Sieg am Millerntor.  © WITTERS

Viel wird in seinen Augen auf Hauke Wahl (31) und Eric Smith (29) ankommen, gerade in Abwesenheit von Jackson Irvine (32), dessen Einsatz noch völlig unklar ist und eine große Überraschung wäre. "Die haben schon einige Derbys und auch die Erfahrung", ist sich der 30-Jährige sicher. Er wünsche sich allerdings, dass in der Offensive mal jemand die Fäden ziehen würde, dort fehle ein wenig ein erfahrener Akteur.

So einer, wie er eben einer war. Hartel selbst hat eine gemischte Statistik gegen den HSV. Mit St. Pauli verlor er alle drei Partien im Volksparkstadion, am Millerntor gewann er zwei und spielte einmal unentschieden. Der 3:2-Sieg am dritten Spieltag der Saison 2022/'23 war zugleich sein erstes Spiel überhaupt für die Kiezkicker, nur wenige Tage nach seinem Wechsel.

"Das wird immer in Erinnerung bleiben", gesteht er. "Der Verein ist mir so ans Herz gewachsen. Das Derby ist immer ein geiles Spiel, verbunden mit sehr viel Emotionen, auch von den Rängen auf dem Platz. Das sind Spiele, die ich hier in Amerika sehr vermisse."

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Neben seinem Debüt dürfte bei Hartel auch das 3:0 eine Saison später noch schöne Erinnerungen hervorrufen. Mit einem Tor und einer Vorlage hatte er großen Anteil am Derbysieg. "Wenn du mit der Mannschaft einen Derbysieg holst, ist das schon überragend. Wenn du dann noch direkt mit einem Tor beteiligt bist, ist das umso schöner."

Entsprechend wurde nach den 90 Minuten noch die Verlängerung eingeläutet, wie Hartel mit einem Lachen gesteht. "Das Spiel hat so eine hohe Bedeutung für die ganze Stadt und den ganzen Verein, da kann man das auch mal machen."

Am Ende, ist sich Hartel sicher, werden seine Ex-Kollegen am Freitagabend wieder allen Grund zum Feiern haben. "Es wird ein knappes 2:1", lautet sein Tipp. Und dann wird nicht nur am Millerntor gejubelt, sondern eben auch knapp 7500 Kilometer entfernt.

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